Priester haben die Gnade der spirituellen Vaterschaft

Worte des Papstes während der heutigen Messe in der "Domus Sanctae Marthae"

Vatikanstadt, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 368 klicks

An der heutigen Messe von Papst Franziskus in Santa Marta nahm neben anderen der emeritierte Kardinal Erzbischof Salvatore De Giorgi teil, der heute den 60. Jahrestag seiner Priesterweihe feiert.

Der Wunsch nach Vaterschaft sei in den Charakter des Menschen eingeschrieben, so der Papst. Und ein Priester sei davon nicht ausgeschlossen, auch wenn sein Wunsch spezieller Art sei:

„Wenn ein Mann diesen Wunsch nicht hat, fehlt diesem Menschen etwas. Irgendetwas ist nicht in Ordnung. Wir alle müssen, um vollkommen und reif zu sein, die Freude der Vaterschaft empfinden: auch wir Ledigen. Vaterschaft bedeutet, den anderen Leben zu geben, Leben zu geben, Leben zu geben… Für uns ist damit die pastorale Vaterschaft gemeint, eine spirituelle Vaterschaft: Aber es bedeutet, Leben zu geben, Väter zu werden.“

Diesen Gedanken entnahm der Pontifex der heutigen Lesung nach Gen 15,1-12.17-18, in der Gott Abraham die Freude eines Sohnes zusammen mit einer gesicherten Nachkommenschaft verspricht. Die Vorstellung dieses neunzigjährigen Mannes mit seinem Stock in der Hand, wie er sein Opfer verteidigt, würde ihn rühren. Er erinnere ihn an einen Vater, der seine Familie, seine Kinder verteidigt:

„Ein Vater weiß, was es bedeutet, seine Kinder zu verteidigen. Und das ist eine Gnade, um die wir Priester bitten müssen: Väter zu sein, Väter zu sein. Die Gnade der Vaterschaft, der pastoralen Vaterschaft, der spirituellen Vaterschaft. Sünden werden wir viele haben, aber das ist commune sanctorum“: dass wir alle gesündigt haben. Aber keine Kinder zu haben, nicht Vater zu werden, ist so, als ob das Leben nicht an ein Ende kommen würde: Es endet auf halber Strecke. Und deswegen müssen wir Väter sein. Aber es ist eine Gnade, die der Herr gibt. Die Menschen sagen zu uns: ‚Vater...‘ So will er uns, als Väter, mit der Gnade der pastoralen Vaterschaft.“

Anschließend wendete sich der Papst an den emeritierten Kardinal De Giorgi mit den Worten, er wisse nicht genau, was Salvatore während seiner Laufbahn getan habe, aber er sei gewiss ein Vater gewesen. Dann sprach er zu den ihn begleitenden Priestern: "Es ist ein Zeichen." Sie seien nun an der Reihe. Denn jeder Baum gebe Früchte und wenn er gut sei, so seien auch seine Früchte gut.

„Danken wir dem Herrn für die Gnade der Vaterschaft in der Kirche, die vom Vater auf den Sohn übertragen wird. Ich denke dabei an zwei Ikonen: an den Abraham, der um einen Sohn bittet und mit einem Stock in der Hand die Familie verteidigt, und an die Ikone des alten Simon im Tempel, als er ein neues Leben erhält: Er hält eine spontane Liturgie, eine Liturgie der Freude, an ihn. Und euch, euch gebe der Herr heute viel Freude.“