Priesterjahr wird Impuls zur Organspende

Indischer Priester spendet seine Niere, um Hindu zu helfen

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VADANAPPALLY, Indien, 23. September 2009 (ZENIT.org).- Ein indischer Priester hat das Priesterjahr als einen Aufruf verstanden, um zur Rettung eines Hindus, den er nicht kennt, seine Niere zu spenden.

Davis Chiramel, 46, ist Pfarrer der Kirche vom heiligen Franz Xaver in Vadanappally in Indien und Generalsekretär des Unfall-Notdienstes von Thrissur. Vor einigen Monaten trafen sich die Freiwilligen dieser Hilfsinitiative, in der Kirche des Priesters, um über ihre Arbeit zu sprechen. Sie erwähnten einen armen Mann, einen Hindu namens Gopinath. Der ehemalige Elektriker und Vater von zwei Kindern leidet an chronischer Niereninsuffizienz und geht regelmäßig zur Dialyse.

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter wollten Geld sammeln, um diesem Mann zu helfen. Es ging um eine Summe von rund einer Million Rupien (21.000 US-Dollar), denn im Grunde, so erklärten sie, sei hier eine Organspende längst überfällig.

Als sich der Priester bewusst wurde, dass diese Arbeiter darüber redeten, Geld zu sammeln, um auf illegale Weise eine Niere für den Mann zu kaufen, traf er seine Entscheidung zur Organspende. Gegenüber AsiaNews erklärte er: „Diese Niere zu spenden, ist wirklich eine Gnade für mich... Das alles geschah im Februar 2009, aber erst am 19. Juni habe ich verstanden, was ich tat. An diesem Tag eröffnete der Papst das Priesterjahr, und ich befand mich im Krankenhaus, um eine der nötigen Analysen durchführen zu lassen.“ Damit war er medizinisch als Spender akzeptiert, und was nun folgte, war ein vier Monate langer Prozess.

„Mir war sofort klar, dass mir die Gnade zuteil geworden war, auch mit meinem Körper einen Menschen zu retten", so der Priester. Am 30. September wird Gopinath den Priester zum ersten Mal treffen und noch am selben Tag die notwendigen Organe erhalten.

Kurz vor dem erwünschten Ziel bleiben aber auch Fragen offen: Wird alles gut gehen? Wird die Niere vom Körper des Mannes akzeptiert? Die Chance auf eine wesentliche Verbesserung der Lebensqualität von Gopinah ist groß; die Aussicht, dass er an der Dialyse vorbeikommt, wird sein Leben entscheidend verändern: Er wird mehr Kraft und mehr Freiheit bekommen.

„Christus gibt sich für das Heil der Welt, und jeden Tag bringen wir in der Messe das Opfer seines Leibes und Blutes dar. Aber wir tun dies, ohne die Schmerzen und Leiden unseres Herrn zu teilen", so Pfarrer Chiramel. „Für mich ist die Möglichkeit der Organspende an eine mir unbekannte Person zu einer einzigartigen und privilegierten Gelegenheit geworden, am Leiden Christi teilzunehmen."