Prior von Taizé: Begegnung des Kardinalskollegiums lässt für die Ökumene hoffen

Interview im „Osservatore Romano“, der Tageszeitung des Papstes

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ROM, 28. November 2007 (ZENIT.org).- Die Tatsache, dass Papst Benedikt XVI. das Thema Ökumene ganz oben auf die Prioritätenliste der Begegnung mit den Mitgliedern des Kardinalskollegiums am vergangenen Freitag gesetzt hat, ist in den Augen des Priors der Communauté de Taizé ein hoffnungsvolles Zeichen.



In einem Interview mit dem „Osservatore Romano“ betonte Bruder Alois, der erste Nachfolger von Frère Roger: „In Taizé waren wir von Herzen froh, als wir erfuhren, dass der Heilige Vater den Gedankenaustausch mit den Kardinälen über die Frage der Ökumene geführt hat.“

Der 53jährige Katholik stammt aus Stuttgart und lebt seit seinem 19. Lebensjahr im französischen Taizé. Bereits 1997 wurde er von Frère Roger zum Nachfolger bestimmt. In den Folgejahren übernahm Bruder Alois dann mehr und mehr die organisatorische Leitung der Gemeinschaft. Viele Jahre war er Koordinator und Quartiermeister für die europäischen Taizé-Treffen.

„Da wir so viele Jugendliche aufnehmen, wissen wir, dass sie den Sinn der konfessionellen Trennungen, die wir von der Vergangenheit geerbt haben, nicht verstehen. Wenn wir uns dessen nicht bewusst sind, laufen wir Gefahr, sie nicht zu den Quellen der Hoffnung und des Glaubens begleiten zu können.“

Der Prior der ökumenischen Brudergemeinschaft wies darauf hin, dass es nicht möglich sei, authentische Zeugen der Liebe Gottes zu sein, wenn Trennungen vorhanden sind, und fügte hinzu: „Versöhnung ist im Evangelium nicht eines unter vielen Themen, sondern sie ist die Quintessenz.“

Ökumene besteht nach Worten von Bruder Alois nicht einfach nur im Gedankenaustausch; sie ist vor allem ein „Austausch von Gaben“, wie der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Kardinal Walter Kasper, in seiner Ansprache vor Papst Benedikt und den Kardinälen betont hatte.

Mit Worten Kardinal Kaspers bekräftigte der Prior von Taizé abschließend: „Eine solche Ökumene des Austausches ist keine Verarmung, sondern eine gegenseitige Bereicherung.“