„Pro Terra Sancta“, die traditionelle Kollekte der Weltkirche für das Heilige Land

Kardinal Daoud bittet um Unterstützung für Mutterkirche von Jerusalem

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ROM, 6. März 2007 (ZENIT.org).- Im Heiligen Land „ist die politische und wirtschaftliche Krise noch nicht gelöst, und jeden Tag ist dort unerhörtes Leid festzustellen“, schreibt Kardinal Ignace Moussa Daoud, Präfekt der Kongregation für die Orientalischen Kirchen, in seinem diesjährigen Schreiben an alle Bischöfe der Welt zugunsten der Kollekte „Pro Terra Sancta“. Er führt allen die Notwendigkeit vor Augen, den Christen im Heiligen Land „in jeglicher Weise zu unterstützen“, und hebt hervor, dass das Gebet um den Frieden, „der von oben kommt“, oberste Priorität haben sollte.



Gemäß dem ausdrücklichen Wunsch der Päpste widmet die Weltkirche in der Regel jeweils den Karfreitag dem Gebet und der Kollekte für die im Heiligen Land ansässigen katholischen Gemeinden und den Unterhalt jener Stätten, die das Gedenken Christi bewahren. Die Kollekte ist jedoch eine Tradition, die auf die Zeit der Urkirche zurückgeht. Es war der Apostel Paulus, der die Gemeinden in Kleinasien dazu aufforderte, die Mitbrüder in Jerusalem zu unterstützen.

Papst Paul V. legte dann in seinem Breve „Coelestis Regis“ vom 22. Januar 1618 zum ersten Mal diese Zielsetzung fest. Benedikt XIV. bestätigte sie mit seinem Apostolischen Breve „In supremo militantis Ecclesiae“ vom 7. Januar 1746.

Kardinal Daoud, Patriarch Emeritus der syrisch-katholischen Kirche von Antiochien, betont in seinem Schreiben: „Alle Katholiken der Welt haben die Pflicht, den christlichen Gemeinden jenes gesegneten Landes durch Gebet und auch durch ökonomische Solidarität beizustehen, denn diese Gemeinden geben trotz unzähliger Schwierigkeiten täglich ein stilles und authentisches Zeugnis des Evangeliums.“

Aufgrund des päpstlichen Mandats ist die Kongregation für die Orientalischen Kirchen dafür verantwortlich, den Einsatz der Weltkirche für die katholischen Gemeinden und Einrichtungen in den Regionen des Mittleren Ostens zu koordinieren. Die Projekte betreffen Schulen, Bildungs- und Kulturinstitute, Krankenhäuser, Gesundheitszentren sowie karitative Hilfswerke. Des Weiteren sind all jene Strukturen mit eingeschlossen, die den Schutz der Heiligen Orte betreffen.

Der Präfekt der Kongregation für die Orientalischen Kirchen ist zugleich Präsident der Generalversammlung des Hilfswerks für die Ostkirchen (ROACO). Dieses Komitee ist eine Vereinigung von über dreißig Hilfswerken aus verschiedenen Ländern, die sich finanziell in unterschiedlichen Sektoren einsetzen: beim Bau von Kirchen, bei der Bereitstellung von Stipendien, bei der Schaffung schulischer und sozialer Einrichtungen. Außer der „Catholic Near East Welfare Association“ (USA), die von Papst Pius XI. im Jahr 1928 approbiert wurde, und der Päpstlichen Mission für Palästina (USA), die 1949 entstand, gehören zur ROACO Werke, die in Deutschland, Frankreich, der Schweiz, den Niederlanden und in Österreich finanzielle Mittel beschaffen.

In Deutschland findet die Kollekte für die Fastenzeit am Palmsonntag statt. In diesem Jahr fällt er auf den 1. April.