Prof. Dr. Hans-Georg Gradl neuer Leiter des Emil-Frank-Instituts e.V.

Öffentliche Amtsübergabe am 4. Juli 2013

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 790 klicks

Prof. Dr. Hans-Georg Gradl hat nach 16-jähriger Tätigkeit Prof. Dr. Reinhold Bohlen zum 1. Juni 2013 in der Leitung des Emil-Frank-Instituts e.V. abgelöst. Die öffentliche Amtsübergabe fand am 4. Juli in die Kultur- und Tagungsstätte Synagoge in Wittlich statt. Prof. Dr. Reinhold Bohlen wurde zum Ehrenvorsitzenden des Trägervereins ernannt.

Das Emil-Frank-Institut, das 1994 gegründet wurde, ist eine Begegnungsstätte für Juden und Nichtjuden. Seine Arbeit widmet sich der Geschichte des Judentums und der Förderung entsprechender Forschung in Wissenschaft und Bildung. Der interkulturelle Dialog soll durch Kontakte mit jüdischen Repräsentanten, Institutionen sowie Aus- und Fortbildungsstätten im In- und Ausland weiter gestärkt werden. Das Emil-Frank-Institut hat als weiteren Schwerpunkt die Erforschung der regionalen jüdischen Geschichte im Raum Mosel-Eifel und Hunsrück gesetzt. Eine modere wissenschaftliche Bibliothek ist das Kernstück des Instituts.

Benannt wurde das Institut nach Emil Frank, der am 11. Juli 1878 in Wittlich geboren wurde. Im Jahr 1912 hatte Frank das Textilgeschäft seines Vaters übernommen und genoss in der Gemeinde großes Ansehen. Doch auch sein Geschäft musste unter den Repressalien der Nationalsozialisten leiden. Am 21. September 1941 gelang ihm die Flucht über Spanien und Kuba nach Utica, wo er unter ärmlichen Verhältnissen lebte. Er starb am 21. Juni 1954. Emil Frank schilderte seinem Freund, dem damaligen Bürgermeister Matthias Joseph Mehs: „Ich hätte mein Haus nie verkauft, wenn die GESTAPO Regierung in Trier und das Landratsamt Wittlich mich nicht gezwungen hätten mein Haus innerhalb von 14 Tagen nur an Wendel für einen lächerlichen Preis zu verkaufen, obwohl mir von anderer Seite 25.000 Reichsmark geboten waren. Wenn Wendel nicht in der Partei und kein Nazi gewesen wäre, dann hätte er das Haus niemals bekommen. Man hat mir mit KZ gedroht und mich so mürbe gemacht, bis ich, um mein Leben zu retten, darin einwilligen musste. Das Geld von dem Haus musste auf ein Sperrkonto hinterlegt werden und ich habe niemals etwas davon zu sehen bekommen. Es ist der reinste Schwindel, und es gäbe keine Gerechtigkeit mehr, wenn dies nicht gutgemacht würde.“(Jüdisches Leben in Wittlich, S. 72)