Proteste in Polen: Demokratie ohne Gott birgt Dämonen

Hunderttausende marschierten in Warschau gegen den Ausschluss des Fernsehsenders TV Trwam von der nationalen digitalen Plattform

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Von Don Mariusz Frukacz

Tschenstochau, 2. Oktober 2012 (ZENIT.org). - Hunderttausende von Polen beteiligten sich am Samstag, dem 29. September 2012, am Protestmarsch „Wach auf, Polen“, um ihren Unmut über den Ausschluss des Fernsehsenders TV Trwam und über den Kurs der Regierung unter Donald Tusk kundzutun.

Der Nationale Fernsehrat des polnischen Fernsehens (KRRiT), der die politische Mehrheit in Polen repräsentiert, hatte TV Trwam im vergangen Jahr die Teilnahme an der nationalen digitalen Plattform, die dem polnischen Fernsehpublikum ab 2013 eine kostenlose Nutzung einiger Fernsehsender ermöglichen wird, nicht genehmigt.

Dieser schwerwiegenden Entscheidung, die eine weitgehende Verdrängung der katholischen Kirche aus dem öffentlichen Raum zum Ziel hatte, lagen vor allem von der schwachen Rechtfertigung der „finanziellen Instabilität“ des katholischen Fernsehens maskierte Vorurteile dem Katholizismus gegenüber und ideologische Interessen zugrunde. Die Entscheidung hat unter den polnischen Priestern und gläubigen Laien große Besorgnis hervorgerufen.

Der Protestmarsch wurde von Radio Mayja und Tv Trwam in Zusammenarbeit mit der Oppositionspartei „PiS“ (Recht und Gerechtigkeit) und der Gewerkschaft "Solidarnosc" (Solidarität) veranstaltet. In der Folge ließen zahlreiche weitere Organisationen der Initiative ihre Unterstützung zukommen, unter anderem die „Azione Cattolica“ (katholische Aktion) und die Partei „Solidarana Polska“ (solidarisches Polen).

Der Kernpunkt der Demonstration war die von Don Królak, dem Pfarrer von S. Agostino in Warschau,  zelebrierte Eucharistiefeier. Die Predigt hielt Don Królak.

Nachdem er an die vom seligen Jerzy Popieluszko ins Leben gerufenen Messen für das Vaterland erinnert hatte, richtete Don Królak folgenden Aufruf an die Versammelten: „Wir müssen uns erneut an Gott wenden. Wir müssen in moralischer und geistlicher Hinsicht neu geboren werden, denn wir haben erkannt, dass eine Demokratie ohne Gott dämonische Kräfte in sich birgt. Aus diesem Grund sind wir hier, um Gott um Hilfe zu bitten.“

Der Redner wandte sich daraufhin den Erzengeln zu, deren Festtag an jenem Tag gefeiert wurde. Er sprach dazu folgende Worte: „Es gilt, zur Tradition des Gebetes für den Erzengel Michael zurückzukehren, denn die Zeit, in der wir leben, ist durch Aggression gekennzeichnet. Wir benötigen einen Schutz gegen das Böse. Wir müssen daher diesen großen Erzengel darum bitten, uns davor zu verteidigen.“

Auch die „vielen Gefahren,  denen der Mensch von heute ausgesetzt ist“, wurden thematisiert. Der Priester äußerte sich dazu folgendermaßen: „Es wird versucht, das Volk Gottes von Gott zu lösen, indem die Gebote missachtet werden. Auch der Kampf um die Gesundheit der Familie ist nicht zu Ende, doch Christus kann mit seiner Gnade und seiner Stärke in jedem Kampf siegen. Dies dürfen wir nie vergessen.“

Während des Marsches betonte Jaroslaw Kaczynski, der Anführer der PIS, dass die Ablehnung des digitalen Multiplex für den Fernsehsender Trwam einer Ablehnung gleichkomme, den Pluralismus aufzubauen und die Wahrheit in Polen zu verbreiten. Diesen werde somit der Status als Grundrechte der Demokratie aberkannt.

Mit den Worten des Seligen Johannes Paul II. schloss Pater Rydzyk seine Ansprache. Er sprach folgende Mahnung aus: „Es ist die Aufgabe der Medien, ihre Sendung zu heiligen. Diese soll im Dienste der Wahrheit und des Guten stehen, die Menschen vereinen und der Menschheit durch kulturelle, geistliche, christliche, universelle und humanistische Werte den wahren Fortschritt bringen.“

[Übersetzung des italienischen Originals von Sarah Fleissner]