Protestmarsch in London für Gerechtigkeit und Religionsfreiheit in Pakistan

Mehr als 6000 Unterschriften

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Von John Newton

LONDON, Dienstag, 5. Juli 2011 (ZENIT.org/Kirche in Not). - Am vergangenen Samstag wurden in der Londoner Downing Street Petitionen übergeben, die Maßnahmen zum Schutz von Christen und anderen Minderheiten in Pakistan fordern.

Die Dokumente mit Unterschriften von mehr als 6.000 Menschen wurden von einer ökumenischen Delegation in dem Haus Nummer 10 ausgehändigt. Der Delegation gehörte auch Neville Kyrke-Smith an, britischer Direktor von „Kirche in Not“, dem katholischen Hilfswerk für unterdrückte, verfolgte und Not leidende Christen.

Der Besuch des Sitzes des Ministerpräsidenten am Samstag, dem 2. Juli, war der Höhepunkt eines zwei Meilen langen Protestmarsches, mit dem man auf die Menschenrechtsverletzungen in Pakistan aufmerksam machen wollte.

Auf dem Marsch wurde ebenso wie in den Petitionen der Schutz der Christen und anderer Minderheiten angesichts einer breiten Kritik an den pakistanischen Blasphemie-Gesetzen gefordert, durch die Urteile wie Hinrichtung und lebenslange Freiheitsstrafe bei Verstößen gegen den Islam verhängt werden können.

Die pakistanischen Behörden wurden wegen ihrer Untätigkeit gegenüber dem weitverbreiteten Missbrauch der Gesetze angegriffen. Die Petitionen fordern eine verbesserte Anwendung der Gesetze.

Anfang dieses Jahres wurden der Gouverneur von Punjab, Salman Taseer, und der Bundesminister für Minderheiten, Shahbaz Bhatti, getötet, nachdem sie Kritik an den umstrittenen Rechtsvorschriften und den damit verbundenen Gewaltausschreitungen geübt hatten.

Shahbaz Bhatti wurde auf der Veranstaltung gewürdigt, die von Wilson Chowdhry und der „British-Pakistani Christian Association“ (britisch-pakistanische Vereinigung der Christen) organisiert worden war, unter Beteiligung von „Kirche in Not“, „Christian Solidarity Worldwide“ sowie „Christian Concern“.

Vertreter von Sikhs, Hindus und Muslimen nahmen ebenso teil.

Vor dem Haus Downing Street Nr. 10 erklärte Neville Kyrke-Smith: „Wir vereinen uns mit denen, die in Pakistan verfolgt werden, und allen, die unter dem Blasphemie-Gesetz zu leiden haben.

Bitte helfen Sie uns, diese blasphemischen Blasphemie-Gesetze zu ändern, denn sie führen zu Tötungen.

Wir bitten die Regierung von David Cameron sicherzustellen, dass in allen Gesprächen mit anderen Ländern über die religiösen Rechte gesprochen wird.“

Im März war das Vorhaben der britischen Regierung kritisiert worden, die britischen Hilfen für Pakistan zu vergrößern, trotz zunehmender Berichte über vermehrte Menschenrechtsverletzungen vor allem gegen Minderheiten. Darauf bezogen sich die Anmerkungen von Neville Kyrke-Smith.

Die Hauptreden während des Protestmarsches hielten Wilson Chowdhry, Andrea Minichello-Williams von „Christian Concern“, Manoj Raithatha von der Evangelischen Allianz, Alan Craig, Leiter der „Christian People's Alliance”, Alison Ruoff, Mitglied der Synode der Church of England, und Michael Nazir Ali, der aus Pakistan stammende ehemalige anglikanische Bischof von Rochester.

Mehr als 300 Menschen nahmen an dem Marsch teil, der mit einer Andacht sowie Reden vor dem Hochkommissariat von Pakistan in London am Lowndes Square begann. Dort wurde eine Kopie der Petitionen übergeben.

Schottlands Kardinal Keith O'Brien, Erzbischof von St. Andrews und Edinburgh, unterzeichnete die Petition von „Kirche in Not“ zusammen mit fast 2.000 Menschen, die eine Reform der Blasphemie-Gesetze und die Verbesserung der Gesetzesvollstreckung fordern.

Weitere 4.500 Menschen unterschrieben die Petition der britisch-pakistanischen Vereinigung der Christen, die die Freilassung von Asia Bibi verlangt, Mutter von fünf Kindern, die aufgrund des Blasphemie-Gesetzes verhaftet wurde.

In seiner Rede vor der Überreichung der Petition forderte Wilson Chowdhry: „Die pakistanische Regierung muss sich der schrecklichen Menschenrechtsverletzungen bewusst werden, die in ihrem Land registriert wurden.“

Imam Dr. Taj Hargey vom muslimischen Bildungszentrum in Oxford verurteilte die Gewaltanwendung der pakistanischen Extremisten im Namen der Blasphemie-Gesetze.

Dr. Taj Hargey zitierte Quellen, die den Respekt des Propheten Mohammed für die Christen zeigen, und erklärte: „Die Leute, die eine solche Gewalt anwenden, schädigen meinen Glauben und bringen ihn in Verruf. Sie stehen für alles, wogegen ich bin.“

Bischof Nazir Ali wies darauf hin, dass „die Blasphemie-Gesetze gegen Christen und Menschen wie die Ahmadis (eine aus dem Islam abgeleitete religiöse Gruppe) angewendet“ werden.

„Die Blasphemie-Gesetze sind schlechte Gesetze. Die Gesetze haben Pakistans Ruf in der internationalen Gemeinschaft zerstört.“

Vor dem britischen Reporter von „Kirche in Not“, John Pontifex, der Pakistan öfters bereist hat, betonten die Demonstranten: „Der einzige Weg, der eine Veränderung für die Menschen in Pakistan bringen kann - vor allem für die Minderheiten –, besteht in der Veränderung der Blasphemie-Gesetze.“

„Maßnahmen sind erforderlich, um auch die Rechte der Sikhs, Hindus, Christen und Muslime zu schützen."

„Kirche in Not“ sammelt weiterhin Unterschriften für die Reform der Blasphemiegesetze und die Verbesserung der Gesetzesvollstreckung in Pakistan. Petition hier.

[Übersetzung aus dem Englischen von Iria Staat]