Quintinus (3./4. Jahrhundert)

Ein römischer Glaubensbote und Märtyrer in Gallien

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 353 klicks

Quintinus stammte aus einer römischen Senatorenfamilie. Genauere Informationen über seine Vita sind nicht überliefert. Der Legende nach kam Quintinus um 245 nach Gallien. Dorthin war er zusammen mit Maximianus aufgebrochen, um in der Gegend von Amiens den christlichen Glauben zu verbreiten. Quintinus wurde Opfer der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian. Er musste schwere Martyrien erleiden und wurde schließlich enthauptet. Seine sterblichen Überreste sollen nicht bestattet, sondern einfach in den Fluss Somme geworfen worden sein. Einer alten, erblindeten Witwe sei die Grablege des Quintinus später in einer Vision erschienen, woraufhin der Leichnam unverwest geborgen worden sei. Anschließend errichtete die Witwe zu Ehren des Quintinus eine Kapelle und erlangte ihr Augenlicht wieder.

Die sterblichen Überreste des Heiligen wurden 641/645 von Eligius von Noyon feierlich erhoben und in ein Grabmal verbracht. Außerdem errichtete Eligius eine neue Kirche, die später durch eine große Kathedrale ersetzt wurde. Der Ort zog zahlreiche Pilger an, und St. Quentin wurde zu einem bedeutenden Wallfahrtsort

1557 und im Zuge der französischen Revolution wurde ein Großteil der Reliquien vernichtet. Die bedeutendste überlieferte Reliquie des Heiligen ist seine Kopfreliquie, die sich in St. Quentin befindet. 1950 gelangten einige Reliquien nach Mainz.

In einer illustrierten Handschrift aus dem 12. Jahrhundert, die den Titel „Vita et Miracula S. Quintini“ trägt und in der Bibliothèque Municipale aufbewahrt wird, wird das Leben des heiligen Quintinus erzählt.