Radolt von Verona

Bischof von Verona und Klostergründer

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ROM, 13. September 2012 (ZENIT.org). - Radolt von Verona wurde um 770 geboren und stammte aus einer hochadeligen alemannischen Familie. Seine Schulausbildung erhielt er auf der Bodenseeinsel Reichenau, die auch in seinem weiteren Leben eine bedeutende Rolle spielen sollte.

Bereits 799 bekleidete der Heilige den Bischofsstuhl in Verona, wo er die Nachfolge Eginos antrat. Außerdem war Radolt Hofkaplan Pippins, des Sohnes von dem Karl dem Großen. Gemeinsam mit Pippin kümmerte sich Radolt um die Wiederherstellung des Klosters San Zeno in Verona, aus dem er Reliquien des heiligen Zeno nach Radolfzell überführte. 826 gründete Radolt nämlich nach dem Vorbild Eginos eine Klosterzelle, die sogenannte „Cella Ratoldi“, aus der sowohl das Stift als auch die Stadt Radolfzell hervorgingen.

An den neugegründete Ort verbrachte Radolt doch nicht nur Reliquien des heiligen Zeno aus Verona, sondern auch der heiligen Theopontus und Senesius aus Treviso. Die Reichenauer Abtei erhielt 830 aus San Marco in Venedig stammende Reliquien des heiligen Markus, über deren Translation die in lateinischer Sprache abgefasste Handschrift „De miraculis et virtutibus beati Marci evangelistae“ berichtet.

Der im Reichenauer Münster Sankt Maria und Markus in Mittelzell aufgestellte Reliquienschrein des heiligen Markus ist bis in unsere heutige Zeit Ziel zahlreicher Wallfahrten. Am 25. April findet alljährlich eine Prozession zu Ehren des heiligen Markus statt. 

Seine letzten zehn Lebensjahre verbrachte Radolt von Verona hauptsächlich in Radolfzell, wo er am 13. September verstarb. Das Nekrolog verzeichnet zwar das genaue Monatsdatum, aber eben nicht das entsprechende Jahr, so dass das Todesjahr um 846/847 vermutet wird.

Radolt fand seine letzte Ruhestätte im Münster Unserer Lieben Frau in Radolfzell. Seine Kanonisierung erfolgte 1300. [bd]