Raoul-Wallenberg-Stiftung ehrt italienischen Journalisten Marco Roncalli

Für seinen Dienst an der Wahrheit und am konfessionsübergreifenden Dialog

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ROM, 11. Juni 2008 (ZENIT.org).- Der italienische Journalist Marco Roncalli wird in Rom mit dem „Internationalen Angelo-Giuseppe-Roncalli-Preis“ der Raoul-Wallenberg-Stiftung ausgezeichnet.

Nach Angaben der Raoul-Wallenberg-Stiftung (www.raoulwallenberg.net) wird die Auszeichnung „in Anerkennung der hervorragenden Berichterstattung im Dienst an der Wahrheit, am konfessionsübergreifenden Dialog und an der konfessionsübergreifenden Aussöhnung“ verliehen.

Marco Ronacalli, der mit Johannes XXIII. verwandt ist (dieser war sein Großonkel), gehört zu jenem Team von Medienschaffenden, die das Drehbuch des im Jahr 2005 in deutscher Sprache ausgestrahlten Filmes über Johannes XXIII. geschrieben haben. Unter dem Titel „Johannes XXIII. - Für eine Welt in Frieden (The Good Pope)“ wurde der TV-Mehrteiler über den 1963 verstorbenen Papst des Zweiten Vatikanischen Konzils mit besonderer Hervorhebung des letzten Lebensjahres gesendet; auch die entsprechende DVD hatte großen Erfolg.

Die Auszeichnung wird morgen, Donnerstag, um 16.00 Uhr im Zentrum Russia Ecumenica (Borgo Pio 141) stattfinden. Jesús Colina, Chefredakteur von ZENIT, der im Jahr 2006 mit dem Raoul-Wallenberg-Preis ausgezeichnet worden war, wird sie überreichen.

Marco Roncalli wurde am 31. Juli 1959 im norditalienischen Bergamo geboren. Nach dem Studium der Geisteswissenschaften erwarb er das Diplom in Jura der Universität Mailand. Schon damals spezialisierte er sich mit einer Arbei über das Sekretariat der Einheit der Christen im Fach Kirchenrecht.

Rund fünf Jahre arbeitete Roncalli als freier Journalist bei Zeitschriften wie „Epoca“ oder „Il Sole 24 ore“. Heute schreibt er Bücher, Aufsätze und religiöse Beiträge, unterb anderem für „Periodici San Paolo“ und „Avvenire“. Außerdem verfasst er viele Berichte über die „Gerechten“ und die „Shoa“.

Intensiv hat sich der Journalist mit der Figur von Angelo Giuseppe Roncalli, dem späteren Papst Johannes XXIII., auseinandergesetzt. Zu seinen auf Italienisch veröffentlichten Werken gehören „Giovanni XXIII Lettere alla famiglia - Johannes XXIII. Briefe an die Familie" (Mailand 1988); „Nel ricordo del segretario Loris F. Capovilla. Intervista con documenti inediti - Im Gedenken an den Sekretär Loris F. Capovilla. Interview mit unveröffentlichten Dokumenten" (Mailand 1995); „Giovanni XXIII. Nostra pace è la volontà di Dio. Quaderni inediti - Johannes XXIII. Unser Friede und der Wille Gottes. Unveröffentlichte Hefte" (Mailand 2001); „Giovanni XXIII, una vita nella storia - Johannes XXIII., ein Leben in der Geschichte" (2007).

Die Internationale Raoul-Wallenberg-Stiftung will das Gedenken an Raoul Wallenberg wach halten, eines schwedischen Diplomaten, der im Januar 1945 verschwand, nachdem er Zehntausende Juden vor dem sicheren Tod durch die Nazis gerettet hatte. Der Gründer der Stiftung, Baruch Tenembaum, ist ein renommierter Professor für Bibelstudien und Hebräisch.

Die Stiftung bemüht sich auch um das Gedächtnis an die „Retter“, an jene Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus ihr Leben riskiert und teilweise auch verloren haben, weil sie anderen halfen, wie es unter anderem, Raoul Wallenberg, der Apostolischer Nuntius Angelo Roncalli (der spätere Papst Johannes XXIII.), Aristides de Sousa Mendes oder Jan Karski getan hatten.