Rätselhafter Tod des Metropolits von Bulgarien

Der leblose Körper von Kirill II. wurde in der Nähe der Stadt Warna aufgefunden

Rom, (ZENIT.org) | 434 klicks

Vorgestern ist einer der wichtigsten Vertreter der orthodoxen Kirche in Bulgarien gestorben, Kirill II. Der Körper des 59jährigen Metropolits von Warna wurde am Dienstagmorgen leblos am Strand von Trakata, in der Nähe der Stadt Warna, gefunden.

Laut der Nachrichtenagentur Novinite handelte es sich nach Angaben der Polizei zunächst um den Verdacht eines gewaltsamen Todes. Radio Vatikan und die Nachrichtenagentur SIR ließen jedoch verlauten, dass die Autopsie gezeigt habe, dass Kirill II. ertrunken sei. Es seien keinerlei Anzeichen von Gewaltanwendung gefunden worden.

Kirill II. residierte in einer kirchlichen Villa in der Nähe des Strandes und fand sich jeden Morgen, so Zeugenaussagen einiger Fischer des Ortes, am Meer ein, um zu fischen. So trug der Verstorbene bei seiner Entdeckung Taucherbrille und Schnorchel.

Der Leiter des Domes von Sofia, Bischof Thuan, vermutet, der Metropolit sei vermutlich „tief getaucht“, wo ihn eine „kalte Strömung“ erwischt habe, die ihn überwältigt habe, obgleich er ein „sehr guter Schwimmer“ gewesen sei.

Das Begräbnis wird heute in der Kathedrale von Warna stattfinden. Die Nachrichtenagentur SIR zitiert den bulgarischen Patriarchen Neofit : „Wir haben einen geschätzten Mitbruder und Mitarbeiter verloren, der eine spirituell und pastoral gepflegte Diözese hinterlässt.“ Ein katholischer Priester von Warna, Pater Jacek Wojcik, kommentierte: „Es tut mir leid, dass er so jung gestorben ist; er hätte noch Gutes tun können.“

Kirill II. leitete die Diözese von Warna seit 23 Jahren. Nach dem Tod des 98jährigen Patriarchen Maxim im November letzten Jahres nahm er „ad interim“ den Posten des Präsidenten der Heilige Synode ein. Häufig war er Kritik ausgesetzt aufgrund des großen Reichtums der bulgarischen Prälaten. Im Jahre 2012 wurde er mit elf weiteren Bischöfen angeklagt, ein Ex-Agent des bulgarischen Geheimdienstes während des Kommunismus gewesen zu sein. Er pflegte sehr gute Beziehungen zur katholischen Kirche in Österreich und Deutschland.