Reaktionen auf die Rücktrittserklärung von Papst Benedikt XVI.

Überraschung, aber Dankbarkeit und Würdigung des großen Pontifikats

Rom, (ZENIT.org) Jan Bentz | 1109 klicks

Erzbischof Vincent Nichols, der Präsident der katholischen Bischofskonferenz von England und Wales, zeigte sich von der Rücktrittsankündigung schockiert und überrascht. Die Entscheidung des Heiligen Vaters sollte aber als ein Akt großen Muts und seiner charakteristischen Klarheit des Sinnes und der Taten wahrgenommen werden. In einem heute veröffentlichten Communiqué heißt es: „Ich würdige seinen Mut und seine Entscheidung.“ Er bat alle Gläubigen, den Papst in ihr Gebet einzuschließen.

Kardinal Kurt Koch, der Präsident des Päpstlichen Einheitsrates, äußerte sich in einem Gespräch mit Radio Vatikan ebenfalls überrascht zur Rücktrittsankündigung. Er war persönlich beim Konsistorium anwesend und hörte die lateinischen Worte von Benedikt XVI. Es sei ein normales Konsistorium zur Heiligsprechung von bestimmten Personen angesagt gewesen. Am Ende dieses Gottesdienstes habe der Heilige Vater diese Erklärung abgegeben:

„Und das war für alle ein Schock“, so nach Radio Vatikan der Kardinal. Die Arbeit in der Ökumene gehe aber weiter. Koch äußerte seine Dankbarkeit gegenüber dem Papst, der ihm sehr viel Freiheit bei der Ausübung des Amtes gegeben und der immer ein gutes Wort für ihn gehabt habe. Dem Papst habe das Anliegen der Einheit der Christen immer besonders am Herzen gelegen. Er habe sehr viel bewirkt und sein geistiges Erbe werde weitergehen. Gerade bei den anderen Konfessionen, wie beispielsweise bei den Juden, deren Reaktionen er in den nächsten Tagen erwarte, sei der Heilige Vater hoch geschätzt worden.

Kardinal Timothy Dolan, der Präsident der katholischen Bischofskonferenz der Vereinigten Staaten, nannte die Rücktrittserklärung ein weiteres Zeichen seiner großen Sorge für die Kirche.

„Wir sind traurig, dass er zurücktreten wird, aber wir sind dankbar für die acht Jahre seiner selbstlosen Führung als Nachfolger Petri”, so der Kardinal in einer Presseerklärung der amerikanischen Bischofskonferenz. In einem kurzen Rückblick auf das Pontifikat, besonders den Besuch in den Vereinigten Staaten im Jahr 2008, wurde hervorgehoben, er habe als guter Hirte bei einem privaten Treffen schmerzvoll ein wirklich hörendes Herz für die Opfer sexuellen Missbrauchs von Klerikern gezeigt. Sehr oft habe er die Bedeutung der ewigen Wahrheiten betont und vor der Diktatur des Relativismus gewarnt. Der Rücktritt des Papstes sei ein wichtiger Moment im Leben der Gläubigen in aller Welt.

„Unsere Erfahrungen drängen uns, Gott für das Geschenk dieses Papstes zu danken. Unsere Hoffnung drängt uns, dafür zu beten, dass das Kardinalskollegium unter der Inspiration des Heiligen Geistes einen würdigen Nachfolger wählen wird, der die gegenwärtigen Herausforderungen der heutigen Welt annimmt“, so Dolan.