Reform der Kirche braucht Wiederentdeckung der Beichte

Präfekt der Kleruskongregation in Sorge wegen massenhaftem Kommunionempfang

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ROM, Mittwoch, 6.7.11 (ZENIT.org/Radio Vatikan). - Beichte und geistliche Begleitung hätten auch heute eine wesentliche Bedeutung im Leben der Kirche, besonders bei der Reform der Kirche.

Dies äußerte der Präfekt der Kleruskongregation, Kardinal Mauro Piacenza, in einem Interview mit Radio Vatikan. Beides gehöre zum gemeinsamen Erbe aller Christen und müsse neu belebt werden.

Vor genau vier Monaten hatte sein Dikasterium ein Papier zu diesen Fragen herausgegeben, nun zieht der Kardinal eine erste Bilanz. Ziel des Dokumentes sei eine Wiederentdeckung des Sakramentes der Beichte, sowohl durch die Priester als auch durch die Gläubigen. Man habe noch einmal deutlich auf die Verbindung der Sakramente untereinander hingewiesen, auch wenn das Sakrament der Versöhnung im Vergleich zum Kommunionempfang kaum noch wahrgenommen werde:

„Wir sehen, dass fast alle Menschen in einer Messe zur Kommunion gehen. Das ist natürlich ein Grund zur Freude, aber auch für etwas Sorge. Natürlich muss man nicht vor jedem Kommunionempfang zur Beichte gehen, aber es sollte doch auch hier eine gewisse Regelmäßigkeit geben. Wir sind alle zur Heiligkeit berufen, wie das Konzil sagt. Es spricht von der universellen Berufung zur Heiligkeit des ganzen Leibes Christi, und die Beichte ist dafür ein großer Antrieb, eine große Hilfe, um als Priester, Ordensmann oder –frau, Vater, Mutter, Jugendlicher, Kind und so weiter leben zu können.“

Das Dokument definiere einige Grundlinien, wie heute mit dem Sakrament der Versöhnung und der geistlichen Begleitung umgegangen werden solle. Es gehe um die Bereitschaft der Priester, sich für diesen Dienst zur Verfügung zu stellen, und darum, die Erforschung des eigenen Gewissens neu zu lernen. Es gehe – wie auch bei der Neuevangelisierung – letztlich um die ständige Selbsterneuerung der Kirche, meint Kardinal Piacenza.

„Wir sagen zu Recht mit der Tradition, dass die Kirche sich immer reformieren müsse – ecclesia semper reformanda. Die wirkliche Reform der Kirche besteht aber nicht darin, etwas Neues zu bauen, und noch mal etwas Neues und noch einmal, sondern sie wird von Menschen in Bewegung gesetzt, die selbst auf der Suche nach Erneuerung sind. Sie bringen die Dynamik der Heiligkeit zustande und kurbeln das Ganze neu an. So sind die Beichte und die geistliche Begleitung unersetzliche Mittel für einen echten Weg der Reform.“