Reform der Kurie, Synode und Kollegialität

Das Treffen des Rates der Kardinäle geht heute zu Ende

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 446 klicks

Heute enden die Treffen des „Rates der Kardinäle“, die Gruppe der acht beratenden Kardinäle, die von Papst Franziskus ausgewählt wurde, um ihm bei der Regierung der Kirche und dem Projekt einer Revision der Päpstlichen Konstitution „Pastor Bonus“ der römischen Kurie zu helfen. Die Arbeit begann am Dienstagmorgen in der Privatbibliothek der Dritten Loge des Papstappartements und wurde in Santa Marta fortgeführt. Nur gestern Morgen konnte der Papst aufgrund der Generalaudienz nicht an den Gesprächen teilnehmen. Die Pressestelle des Vatikans veröffentlichte gestern ein Briefing ihres Leiters, Pater Federico Lombardi.

Zu Beginn der Treffen habe eine Einleitung des Papstes gestanden; dann sei eine Betrachtung der Teilnehmer über die Ekklesiologie vom zweiten Vatikanischen Konzil an bis jetzt gefolgt. Die Arbeit der acht Kardinäle habe nicht das Anliegen, organisatorischen Charakters zu sein, sondern positioniere sich in einer theologischen und spirituellen Sicht der Kirche, je nach Verfügung des Konzils, dessen Umsetzung vorangebracht werden solle. So die Einleitung zum Beginn der Arbeiten am Dienstag in der Privatbibliothek der Dritten Loge, wie Pater Lombardi berichtete. In diesem Zusammenhang äußerte er sich auch zu den Themen:

„Die Teilnehmer des Rates hatten sich vorbereitet; es gab auch eine Betrachtung theologischen Charakters, spirituell, um aufzufrischen, das zu beleben, was die Perspektive der Kirche ist, vom Konzil inspiriertbezüglich ihrer Mission, der Beziehung zwischen Welt- und Ortskirche, über das Thema der Kommunion, der Teilnahme, der Kollegialität in der Leitung der Kirche, über das Thema der Kirche für die Armen, die Laien in der Kirche, bezüglich des Charakters des Dienstes aller kirchlichen Institutionen und die Verantwortung aller Mitglieder der Kirche für das Wohl aller.“

Am Dienstagnachmittag sei in Santa Marta über die nächste Bischofssynode gesprochen worden, ein Thema, das Papst Franziskus bereits angesprochen habe, erinnerte Pater Lombardi. Es handele sich um ein anthropologisches Thema, das im Licht des Evangeliums der Person und der Familie gewidmet sei. Aus diesem Grund war bei der Sektion auch der neue Generalsekretär der Synode anwesend, Msgr. Lorenzo Baldisseri, der erklärte:

„Dem Thema wurde eine gewisse Priorität gegeben, sei es aufgrund seiner Wichtigkeit, aufgrund der Teilnahme des Episkopates durch das Instrument der Synode an der Weltkirche, sei es aufgrund einer gewissen Dringlichkeit bei der Präzisierung und dem Beginn der Vorbereitungen der nächsten Synode.“ Das Thema sei die Pastorale Familien- und Ehepastoral gewesen, wie die Untersuchung und Vertiefung angelegt werden könne, Themen, die der Pontifex bereits als entscheidend für die Tätigkeit der Kirche in der nächsten Zeit angekündigt hatte. In ein bis zwei Wochen würden der Synode weitere Informationen vorliegen.

Gestern hingegen sei es hauptsächlich um die Reform der Kurie unter verschiedenen Aspekten gegangen wie die Beziehung der Kongregationen zum Heiligen Vater, die Koordination der Kongregationen und die Funktion des Staatssekretariats. Es handele sich um sehr weit gefasste Themen, zu denen es eine Vielzahl von Ratschlägen und Anregungen gebe, so der Direktor der Pressestelle des Vatikans.

Lombardi präzisierte, die acht Kardinäle seien nicht weisungsbefugt, sondern Teilnehmer eines päpstlichen Kollegiums, die sehr wohl und sehr genau die tatsächlichen Probleme der Kirche in den verschiedenen Teilen der Erde kennten und „großes Vertrauen und persönliche Wertschätzung von Seiten des Papstes“ genössen. Pater Lombardi schloss seine Antworten auf die Fragen der Journalisten mit den Worten, es könne auch Themengeben, die mit der ökonomischen Verwaltung zu tun hätten, jedoch sei darüber kein Wort gefallen.