Reform der Verwaltung des Vatikans geht voran

Pensionsfonds, vatikanische Medien und das IOR

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 324 klicks

Heute stellte der Präfekt des neuen vatikanischen Wirtschaftssekretariats, Kardinal George Pell, die Änderungen bei der Reform der Verwaltung des Vatikans vor. Neben der Güterverwaltung, die durch ein ebenfalls heute veröffentlichtes  „Motu proprio“ von Papst Franziskus neu geregelt wird, betreffen diese die Pensionsfonds, die vatikanischen Medien und das Geldinstitut IOR.

So teilte Pell mit, dass der Wirtschaftsrat ein technisches Komitee gegründet habe, das die Lage der Pensionsfonds untersuchen werde. Grundsätzlich seien die Pensionen der Angestellten des Vatikans „dieser und auch der nächsten Generation“ gesichert, so Pell, der Fonds müsse aber auch darüber hinaus Sicherheiten bieten. Das technische Komitee wird als Leiter den Prälaten Brian Ferme, so wie vier Berater im Laienstand haben, darunter den Österreicher Bernhard Kotanko.

Pell teilte mit, man habe ebenfalls zur Neugestaltung der vatikanischen Medien ein neues Komitee gegründet, das innerhalb eines Jahres einen Reformplan entwerfen soll. Das Ziel sei, „die Medien des Heiligen Stuhles den neuen Tendenzen der Mediennutzung“ anzupassen, die Koordinierung zu verbessern und zu „nennenswerten Einsparungen“ zu gelangen. Pell nahm vorweg, dass die digitalen Kanäle verstärkt werden und verwies in diesem Zusammenhang auf die „Pope App“ und den Twitter-Account als gelungene Beispiele, mehr Gläubige in aller Welt zu erreichen, besonders Jugendliche. Präsident des Komitees, das sich aus dem Personal des Vatikans der verschiedenen Medien und internationalen Fachleuten zusammensetzt, wird Lord Christopher Patten aus Großbritanniensein.

Bezüglich des Präsidenten des Vatikanischen Geldinstituts IOR („Istituto per le Opere di Religione“), Ernst von Freyberg, teilte Pell mit, Freyberg werde nach 17 Monaten das Amt verlassen, da er wegen anderer Verpflichtungen nicht in Vollzeit zur Verfügung stehen, bleibe jedoch noch für eine Übergangsphase. Sein Nachfolger werde  der Franzose Jean-Baptiste de Franssu, der sein Amt am Mittwoch antreten werde und die zweite Reformphase beim vatikanischen Geldinstitut leiten werde.

In der Planung ist eine Überarbeitung der Statuten des Geldinstituts in den kommenden drei Jahren und eine Neudefinierung der Aktivitäten. Man habe drei strategische Prioritäten, so Pell: Zum einen werde das IOR die Geschäftstätigkeit verstärken, zweitens werde die Vermögensverwaltung nach und nach auf ein „neues und zentrales Vatican Asset Management (VAM) übergehen“, um in diesem Bereich bestehende Doppelungen mit anderen vatikanischen Institutionen zu überwinden und drittens werde sich das IOR auf Finanzberatung und Zahlungsdienste für Kleriker, Ordensgemeinschaften, Bistümer und vatikanische Laienangestellte konzentrieren. 

Pell teilte mit, wie die zukünftige Leitung des IOR genau aussehen werde, sei noch zu definieren, sicher sei, dass weltliche Fachleute und Kleriker zusammenarbeiten würden. So komme zu den fünf Kardinälen der zuständigen Kardinalskommission (Schönborn, Parolin, Tauran, Collins und Abril y Castello) mit dem kroatischen Erzbischof Josip Bozanic noch ein sechster dazu, unter den sechs neuen Laienmitgliedern des IOR-Rates sind Clemens Boersig, früherer Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bank, und die US-amerikanische Jura-Professorin Mary Ann Glendon, die frühere Präsidentin der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften und Kurzzeit-Botschafterin der USA beim Heiligen Stuhl. Abschließend sagte Pell, der Prälat des IOR bliebe Battista Ricca, der Generalsekretär des Wirtschaftssekretariates und frühere Papstsekretär Alfred Xuereb werde Sekretär ohne Stimmrecht im Rat des IOR.