Regenguss bei Vigil war echte Erfrischung

Ein deutscher WJT-Teilnehmer berichtet

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DÜSSELDORF, 22. August 2011 (ZENIT.org). – Zur Vigil am Vorabend der großen Abschlussmesse des WJT 2011 gab es besonders in den deutschsprachigen Medien viele negative Berichte. Dazu befragte ZENIT den deutschen Teilnehmer Br. Wolfgang unmittelbar nach seiner Rückkehr aus Madrid.

ZENIT: Sie haben schon viele Weltjugendtage miterlebt und sind gerade aus Madrid zurückgekehrt, wie war die Stimmung dieses WJT?

Br. Wolfgang: Es war einfach grandios, tolle Stimmung, gute Organisation, Superwetter. An allen Plätzen der Stadt, in den U-Bahnen, auf den Straßen, auf den Bahnhöfen, überall, wo WJT-Teilnehmer auftauchten, immer, wenn wir auf etwas warten mussten, ertönte der eigentliche ‚Schlachtruf‘ dieses Weltjugendtags: ‚Wir sind die Jugend des Papstes‘, es wurde getanzt und gesungen. Niemals gab es schlechte Stimmung. Die Madrider haben das und uns überhaupt sehr freundlich aufgenommen, viele haben einfach mitgemacht und mitgefeiert. Wir erlebten echte spanische Gastfreundschaft; es gab Superessen auf unsere Gutscheine.

ZENIT: Gab es Pannen?

Br. Wolfgang: Nein, nicht wirklich. Nicht bei der Organisation, außer, dass es halt einfach zu viele Jugendliche waren. Es gab Schlangen vor den Beichtstühlen, ist das eine Panne? Die Kirchen und andere Veranstaltungen waren überfüllt, ist das eine Panne? Auch die Wasserversorgung war ausreichend, ich habe mich eben auch selber darum gekümmert, dass ich immer genügend zu trinken hatte. Dass man mal zwei Stunden ohne Wasser war, das kann man aushalten. Wenn eineinhalb Millionen Menschen zusammenkommen, gibt es natürlich auch Unfälle oder einem wird schlecht. Die Rettungskräfte und die Feuerwehr waren immer sofort zur Stelle und haben gleich geholfen.

ZENIT: Sie waren auch bei der Vigil dabei und haben auf dem Platz übernachtet. Darüber gab es in Deutschland viele negative Berichte. Wie war es dort wirklich?

Br. Wolfgang: Es gab nach dem Evangelium einen heftigen Regenschauer. Der Papst hat die ganze Zeit über lächelnd die Ruhe bewahrt, als seine Ansprache durch den Regenschauer- er hatte ja kein Dach- unterbrochen werden musste. Er hat alle mit seiner Gelassenheit angesteckt. Als der erste heftige Guss niederging, sagte der Papst, wir sollten beten, dass es aufhört. Und bereits nach kurzer Zeit ließen Regen und Sturm nach und hörten dann auf. Der Papst hat dann eben seine Ansprache auf die Grüße beschränkt und gleich mit der Anbetung begonnen.

Für uns war der Regen eine schöne Erfrischung. Sofort, als er einsetzte, wurden Schirme ausgeteilt. Der Boden wurde auch nicht richtig nass, weil der Regen wegen der Hitze sofort verdampfte.

Einige wenige Kapellenzelte konnten den heftigen, für alle überraschenden Sturm nicht aushalten. Das war aber auch alles, was man negativ sehen könnte. Es ist sehr bedauerlich, dass es dabei auch leichte Verletzungen gab. Allerdings gab es für das Ausmaß der Menschenmassen beeindruckend wenig Zwischenfälle. Ich habe übrigens hinter einem eingestürzten Kapellenzelt wunderbar geschlafen.

Die Vigil war eine einzigartige Veranstaltung, es war überwältigend. Als die meterhohe, wunderschöne alte Monstranz aus Toledo (ZENIT berichtete) 'aus dem Boden‘ auftauchte, das war genial gemacht. Und als dann alle mit dem Papst gemeinsam auf die Knie fielen und es totenstill auf dem Platz mit eineinhalb Millionen Menschen wurde, unglaublich. Das war unvergesslich.

ZENIT: Wie sehen Sie die Berichterstattung über dieses Ereignis?

Br. Wolfgang: Ein Beispiel: Auf meinem Rückflug las ich zwei Zeitungen, die spanische „ABC“ und die deutsche „FAZ“. In der spanischen Zeitung ein sehr schönes Foto des Papstes, das seine wirkliche Ausstrahlung widerspiegelt, sehr treffend gelungen, und ein schöner, wahrheitsgetreuer Bericht über dieses Jugendfest auf den Straßen Madrids und den anderen Plätzen. In der deutschen Zeitung auf der Titelseite ein ausnehmend hässliches und verzerrtes Foto des Heiligen Vaters, im Bericht musste der Erfolg dieses Ereignisses zugegeben werden, das Ganze wurde aber als Marketing-Strategie verunglimpft, der Papst habe sich ‚gut verkauft‘. Das kann man wirklich nicht verstehen.