Regensburger Laientheologe Christian Schaller erhält "Nobelpreis der Theologie"

Prämiert ist ebenfalls der Anglikaner Richard A. Burridge

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 374 klicks

Wie Zenit im Juni dieses Jahres berichtetewird morgen, am Samstag, dem 26. Oktober, zum dritten Mal der sogenannte „Nobelpreis der Theologie“ verliehen. Es handelt sich dabei um den mit 50.000 Euro dotierten Preis der „Vatikanstiftung Joseph Ratzinger – Benedikt XVI.“ Der 2011 ins Leben gerufene Preis wird alljährlich an Personen verliehen, die sich um die Theologie Benedikts XVI. verdient gemacht habe. Benedikt XVI. ist an der Auswahl und Ernennung der Preisträger beteiligt. Papst Franziskus wir den Ratzinger-Preis morgen im Vatikan dem Regensburger Laientheologen Christian Schaller und dem Anglikaner Richard A. Burridge überreichen, der damit der erste Nichtkatholik ist, der den Preis erhält.

In einem Interview mit Radio Vatikan sagte Christian Schaller, der zur Zeit Stellvertretender Direktor des Instituts Benedikt XVI. in Regensburg ist, es sei nicht nur für ihn selbst ganz persönlich eine große Ehre und Freude den Preis zu erhalten, sondern es sei auch eine Wertschätzung der Arbeit des Instituts, wo derzeit das Werk Ratzingers aus 60 Jahren in einer 16bändigen Gesamtausgabe erschlossen und herausgegeben wird. Besonders freue ihn, dass mit dem Preis auch das Werk Ratzingers wieder in den Mittelpunkt rücke.

Die die Zeit überdauernde Qualität der Theologie Ratzingers liege zum einen in der Verbindung der Vermittlung der Heiligen Schrift mit der Theologie der Kirchenväter, zum anderen in dem Ausdruck seines persönlichen Glaubens und Gottvertrauens, so Schaller. So ginge es nie nur um Wissenschaft, sondern immer auch um „geistlich-geistige Auferbauung, die den Menschen mitnimmt ins Zentrum des Glaubens.“ Es handle sich um eine authentische Theologie, weil sie erzähle, erkläre und begeistere. Ratzinger setze bei grundsätzlichen Fragen an, denke fundamental und denke immer an die ihm anvertrauten Menschen.

Schaller merkte an, die Theologie in Deutschland sei stark akademisch-universitär ausgerichtet und sei um wissenschaftliche Genauigkeit bemüht, was allerdings allgemein für die Theologie gelten solle. Hinzu würden kirchen- und romkritische Ansätze kommen, die aber weniger von wissenschaftlichem Eifer geleitet würden, als von ideologischen Vorgaben.

Schaller meinte, es spiele bei diesem Preis keine Rolle, ob man Laie sei oder dem Klerus angehöre, da es in erster Linie um wissenschaftliche Kriterien gehe, wie die Verbreitung der Theologie Ratzingers. So sei dieses Jahr bezeichnenderweise auch ein Anglikaner prämiert, was zeige, dass es um eine inhaltliche Nähe oder eine besondere Arbeit zu Ratzinger gehe.

Auf die Frage, welche Impulse ein Papst wie Franziskus, der eingestandenermaßen ein Papst der Seelsorge sei, der Theologie heute geben könne, antwortete Schaller, dass auch Papst Franziskus ein Theologe sei, da seine Worte das Ergebnis langjähriger Forschung und Erfahrung seien. Schaller gehe davon aus, dass neue Betrachtungsweisen bezüglich der Heiligen Schrift hinzukommen würden, die man Europa noch nicht so gut kenne:„… eine mehr von der Katechese her kommende Theologie, die mit Beispielen aus dem Alltag arbeitet, Glauben erfahrbar zu machen. Theologie aus dem fernen Kontinent Südamerika hat andere Schwerpunkte, eigene Theologie und Kirchengeschichte, die mit unserer nur wenig zu vergleichen ist. Insofern ist die Theologie von Franziskus spannend und wird uns viel Neues schenken.“