Regierungswechsel in Karnataka: Christen hoffen auf eine bessere Zukunft

Im Staat kam es in der Vergangenheit besonders oft zu antichristlicher Gewalt

Rom, (Fides) | 498 klicks

ROM, 27. Mai 2013 (Fides) - Christen in Karnataka, einem der größten Staaten Indiens, wo es in der Vergangenheit besonders oft zu antichristlicher Gewalt kam, dürfen auf einen respektvollen Umgang, einen konstruktiven Dialog und harmonisches Zusammenleben hoffen. Bei der Regionalwahl, am vergangenen 5. Mai erhielt die hinduistisch geprägte extremistische „Bharatiya Janata Party (BJP)“, die das Land bisher regierte nur 40 Sitze im Parlament des Landes, während die Kongresspartei mit 121 von 223 Sitzen die Mehrheit hat.

Wie aus einer Verlautbarung hervorgeht, die dem Fidesdienst vorlegt, gratulierte Erzbischof Bernard Moras von Bangalore dem Chef der neu gewählten Regierung, Siddaramaiah, im Namen des Rates der Bischöfe von Karnataka zu seiner Wahl. Dabei wünschte er sich, das Christen künftig auch in Regierungspositionen und in öffentlichen Einrichtungen stärker vertreten sein werden.

Der Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Indien, P. Faustine Lobo, erklärt im Gespräch mit dem Fidesdienst: „Heute ist die Bevölkerung zuversichtlich. Es kann eine neue Atmosphäre im sozialen und religiösen Bereich entstehen. Die BJP musste aus verschiedenen Gründen Stimmen einbüßen: sie ist intern gespalten. Sie ist für eine schlechte Verwaltung verantwortlich und ist in Korruptionsfälle verwickelt, drei Minister wurden verhaftet. Sie vertritt einen Ansatz, der zu Spaltung und Diskriminierung von Minderheiten führt. Das hat den Menschen nicht gefallen, und sie haben diesmal anders gewählt. Heute hat die Kongresspartei gute Möglichkeiten zu zeigen, dass sie gut regiert, und dies könnte für die Partei auch bei den Parlamentswahlen in eineinhalb Jahren Vorteile bringen. Die Wahlergebnisse in Karnataka sind ein Warnsignal für BJP und für das ganze Land: wenn man soziale und religiöse Konflikte schürt, wird man abgestraft. Als Kirche haben wir uns stets für den Dialog und die Harmonie unter den verschiedenen Gemeinschaften eingesetzt und werden dies auch künftig tun. Wir hoffen auf eine Zukunft des Friedens und der Entwicklung für die Christen in Karnataka“.

Wie aus einem Bericht des „Catholic Secular Forum“ hervorgeht, gab es allein im Jahr 2011 über 1.000 Übergriffe auf Christen, d.h. es kam zwischen drei- und fünfmal am Tag zu solchen Übergriffen.

(Quelle: Fidesdienst, 24/05/2013)