"Regina Cæli" am Weltgebetstags für geistliche Berufungen: Benedikt XVI. ruft zur "Erneuerung der persönlichen Freundschaft mit Jesus Christus" auf

| 575 klicks

ROM, 8. Mai 2006 (ZENIT.org).- Am 43. Weltgebetstag für geistliche Berufungen hat der Heilige Vater Tausende von Pilgern aus aller Welt dazu eingeladen, Gott für die Ordens- und Priesterberufungen zu danken und ihn inständig darum zu bitten, dass er in der Kirche und der Welt weiterhin Früchte der Heiligkeit hervorbringe.



Der Heilige Vater bezog sich auf seine Botschaft zum Weltgebetstag, in der er die Gläubigen an die Erfahrung der ersten Jünger Jesu erinnert, "die von seiner Anziehungskraft und von seiner Liebe erobert wurden, nachdem sie ihn am Ufer des Sees und in den Dörfern von Galiläa kennen gelernt hatten". In diesem Zusammenhang stellte er den Vorrang des regelmäßigen Umgangs mit Jesus in den Vordergrund, indem er sagte: "Die christliche Berufung besteht immer in der Erneuerung dieser persönlichen Freundschaft mit Jesus Christus, die der eigenen Existenz vollen Sinn gibt und sie für das Reich Gottes verfügbar macht. Die Kirche lebt von dieser Freundschaft, die vom Wort und den Sakramenten genährt wird – heilige Wirklichkeiten, die in besonderer Weise dem Dienst der geweihten Bischöfe, Priester und Diakone anvertraut sind."

Damit erklärte Benedikt XVI., "warum die Sendung des Priesters unersetzbar ist. Und auch wenn in einigen Gegenden ein Priestermangel festzustellen ist, darf nicht daran gezweifelt werden, dass Gott junge und erwachsene Menschen weiterhin ruft, damit sie alles verlassen, um sich der Verkündigung des Evangeliums und dem pastoralen Dienst zu widmen."

Der Nachfolger des Apostels Petrus beschrieb am Sonntag des Guten Hirten zudem das Spezifische an der Ordensberufung, um abschließend auf Ehe und Familie einzugehen: "Eine weitere besondere Art der Nachfolge Christi ist die Berufung zum Ordensleben, die sich in einer armen, keuschen und gehorsamen, ganz Gott geweihten Existenz ausdrückt, in der Kontemplation und im Gebet sowie im Dienst an den Brüdern, besonders an den Geringsten und den Armen. Dann wollen wir nicht vergessen, dass auch die christliche Ehe in vollem Sinn Berufung zur Heiligkeit ist und dass das Beispiel heiliger Eltern die erste günstige Voraussetzung für das Erblühen von Berufungen zum Priestertum und zum Ordensleben darstellt."