Regina Coeli in Mestre

Seid ein Herz und eine Seele

| 1257 klicks

ROM, Montag, 9. Mai 2011 (ZENIT.org). – Nach der Heiligen Messe anlässlich der Reise nach Venedig mit 300.000 Pilgern im Park „San Giuliano“ in Mestre hielt Papst Benedikt am vergangenen Sonntag die traditionelle Ansprache vor dem österlichen Regina-Coeli-Gebet.

Wir veröffentlichen die Ansprache in einer eigenen deutschen Übersetzung:

***

 

Liebe Brüder und Schwestern,

am Ende dieser feierlichen Eucharistiefeier lasst uns den Blick auf Maria, die Königin des Himmels, richten. Im Schatten von Ostern wird sie Mutter des Auferstandenen und ihre Verbindung mit ihm ist so tief, dass, wo immer auch er anwesend ist, die Mutter nicht fehlen darf.

An diesen euren herrlichen Orten, Geschenk und Zeichen der Schönheit Gottes, sind so viele Heiligtümer, Kirchen und Kapellen Maria gewidmet! In ihr spiegelt sich das leuchtende Antlitz Christi wider. Wenn wir ihr nur fügsam folgen, führt uns die Jungfrau zu ihm.

Lassen wir uns in diesen Tagen der Osterzeit von Christus, dem Auferstandenen, einnehmen. In ihm hat die neue Welt der Liebe und des Friedens ihre Anfang, die das tiefe Bestreben eines jeden Menschen ist.

Der Herr legt euch, den Bewohnern dieser Länder, die reich an einer langen christliche Geschichte sind, ans Herz, das Evangelium nach dem Beispiel der neugeborenen Kirche zu leben, in der „die Gemeinde der Gläubigen ein Herz und eine Seele“ war (Apg 4, 32).

Rufen wir die allerheiligste Maria an, die die ersten Zeugen ihres Sohnes bei der Predigt der Frohen Botschaft unterstützt hat, dass sie auch heute den apostolischen Eifer der Priester stütze; das Zeugnis von Ordensmännern und –frauen fruchtbar mache; die tägliche Arbeit der Eltern bei der ersten Weitergabe des Glaubens an ihre Kinder beseele; die Wege der Jugendlichen erleuchte, damit sie vertrauensvoll auf dem Weg des Glaubens der Väter gehen; den Herzen unserer alten Menschen eine starke Hoffnung einflöße; mit ihrer Nähe die Kranken und Leidenden tröste; das Werk der Laien stärke, die aktiv an der Neuevangelisierung in Pfarreien, und Vereinen wie der katholischen Aktion arbeiten, die so sehr in diesem Land verwurzelt und verbreitet ist und in Bewegungen, die mit der Wahrheit ihrer Charismen und ihrer Traditionen ein Zeichen des Reichtums des kirchlichen Netzes sind. Ich denke dabei vor allem an Gruppen wie die Fokolarbewegung, „Comunione e Liberazione“ oder den Neokatechumenalen Weg, um nur einige zu nennen.

Ich ermutige alle, mit einem wahren Geist der Gemeinschaft in diesem großen Weinberg zu arbeiten, in den der Herr uns zu wirken berufen hat.

Maria, Mutter des Auferstandenen und der Kirche, bitte für uns!

[Übersetzung aus dem Italienischen von Jan Bentz© Copyright 2011 - Libreria Editrice Vaticana]