Regiswindis von Lauffen (um 832 - um 839)

Eine fränkische Heilige im Kindesalter

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 358 klicks

Die Regiswindislegende berichtet, dass Regiswindis eine Enkeltochter Karls des Großen gewesen sei. Ihr Vater war Graf Ernst vom Nordgau, ihre Mutter, mit Namen Fridburga, war eine Tochter von Kaiser Ludwig dem Frommen. Das Mädchen lebte mit seinen Eltern auf der Burg Lauffen, bis es im zarten Alter von nur sieben Jahren von seiner Amme grausam getötet wurde. Grund für diese Tat soll eine schwere Strafe gewesen sein, die Graf Ernst dem Bruder der Amme verhängt hatte. Die Amme wollte sich nach begangener Tat des kleinen Leichnams im Neckar entledigen, doch die Leiche ging weder im Wasser unter noch schwamm sie mit der Strömung fort. Drei Tage später wurde Regiswindis geborgen. Es heißt, ihre Wangen seien rosig und ihre Arme überkreuzt gewesen. Das Kind wurde auf dem Friedhof der dem heiligen Martin geweihten Kirche bestattet. Ihr Grab wurde schnell zu einer Wallfahrtsstätte.

Der erste, dem heiligen Martin geweihte Kirchenbau, an dessen Stelle heute die Regiswindiskirche steht, fand bereits um das Jahr 700 Erwähnung und gehörte zum fränkischen Königshof. Unter Humbert von Würzburg (833-842) wurde ein neuer Kirchenbau errichtet. Die Verehrung der heiligen Regiswindis hatte derart zugenommen, dass man 1272 schließlich den Grundstein für eine Basilika im gotischen Stil legte. Aus demselben Jahr stammt auch der Steinsarkophag, in den anschließend die Gebeine der Heiligen gebettet wurden. Man nimmt — ausgehend von einer Inschrift in der heutigen Kirche — an, dass Regiswindis in demselben Jahr, das heißt 1272, auch heiliggesprochen wurde. 1521 wurde der Steinsarkophag durch einen kostbaren Silberschrein ersetzt, der jedoch nach der Schlacht von Lauffen im Jahr 1534 zur Tilgung der Schulden diente. Die Gebeine von Regiswindis wurden deshalb in einen Zinnsarg umgebettet, der ebenfalls die Zeit nicht überdauerte.

Seit 1882 liegen die Überreste der Heiligen in der Regiswindiskapelle, die im Kirchgarten steht. Ihre Gebeine wurden wieder in den Steinsarkophag aus dem Jahr 1272 umgebettet.