Religionsfreiheit verweigert: über 50.000 Christen in Arbeitslagern

Menschenrechtsorganisation zieht Bilanz für Nordkorea

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SEOUL, Donnerstag, 14. April 2011 (Zenit.org/Fidesdienst). – Über 50.000 Christen befinden sich in Nordkorea wegen ihres Glaubens als Opfer eines auf der Ideologie des Regimes basierenden Justizsystems in Haft: Dies geht aus dem Bericht 2011 der Menschenrechtsorganisation „Open Doors“  hervor, in dem auch auf Verstöße gegen Menschenrechte und die Religions- und Gewissensfreiheit hingewiesen wird.

Die verheerende Menschenrechtslage bestätigt auch der neue Sonderbeobachter der Vereinten Nationen für Menschenrechte in Nordkorea, Marzuki Darusman. Der jüngste Bericht, den Darusman dem UN-Menschenrechtsrat in Genf vorlegte, hebt hervor, dass das Justizsystem nicht vom Regime unabhängig sei. Außerdem existiere in Nordkorea ein „paralleles Justizsystem“, das keinerlei verfahrensrechtliche Garantien vorsehe und einer strikten Kontrolle der Bürger des Landes diene.

Das so genannte „parallele Jussitzsystem“, heißt es in dem Bericht, basiere auf einer Reihe von Normen und Organen, die dazu dienten, das Verhalten einzelner Bürger zu beurteilen: Dazu gehören das „Gesetz zur Kontrolle der Staatsicherheit“, der „Rechtsausschuss der Genossen“, der als eine Art „Volksgericht“ Urteile auf rein ideologischer Basis erlässt, das „Leitungsgremium für das Leben nach sozialistischem Recht“, das Inspektionen auf verschiedenen Ebenen durchführt und soziale und wirtschaftliche Verbrechen bestraft, der „Sicherheitsausschuss“ , der strafrechtlich gegen nordkoreanische Staatsbürger vorgeht.

Alle Nordkoreaner oder sich im Land aufhaltende Ausländer, die von solchen Organen verurteilt werden, werden in so genannte Arbeitslager geschickt, wo Folter und unmenschliche Behandlung an der Tagesordnung sind. Politische Dissidenten mit ihren Familien sind oft lebenslang inhaftiert. Unter den Inhaftierten dieser Lager befinden sich auch zahlreiche Menschen, die wegen ihres Glaubens verhaftet wurden: Nach Angaben von „Open Doors“ sind über 50.000 davon Christen.

Religions- und Gewissensfreiheit wird in Nordkorea verweigert. Verboten sind auch freie Meinungsäußerung und das Recht auf friedliche Versammlung. Wie Augenzeugen berichten, denen die Flucht aus dem Land gelang, gibt es in Nordkorea weiterhin antireligiöse Propaganda, und religiöse Aktivitäten sind verboten und werden verfolgt. Die staatliche Ideologie ist das einzige zugelassene Gedankengut. Trotz der schwierigen Situation leben heute in Nordkorea rund 400.000 Christen (2 Prozent der Bevölkerung), die ihre Religion im Untergrund leben und die Flamme des Glaubens wach halten.