Religiöse Überzeugungen bereichern die ganze Gesellschaft

Benedikt XVI. begegnet führenden Religionsvertretern der USA

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WASHINGTON, D.C., 18. April 2008 (ZENIT.org).- Die Vermittlung religiöser Traditionen ist eine Bereicherung für die gesamte Gesellschaft. Das unterstrich Papst Benedikt XVI., als er am dritten Tag seiner sechstägigen Pastoralreise im Kulturzentrum „Papst Johannes Paul II.“ in Washington mit den führenden Vertretern der großen Religionen der USA zusammenkam.



Am Beispiel der religiös geprägten Schulen veranschaulichte der Heilige Vater, was er meinte: „Durch ihre Lehrer werden die jungen Menschen dahin geführt, die göttlich verliehene Würde jedes Menschen zu entdecken, und lernen so, die Glaubensüberzeugungen und die Glaubenspraxis anderer zu respektieren, um so das zivile Leben der Nation zu stärken.“

Neben der Weitergabe von religiösen Traditionen befruchte aber auch der Dialog zwischen den Religionen die ganze Gesellschaft. Wenn man nämlich im gegenseitigen Verständnis wachse, erkenne man, dass man jene ethischen Werte teile, „die von der menschlichen Vernunft erkannt werden können und von allen Menschen guten Willens geschätzt werden“.

Die Welt „bettelt um ein gemeinsames Zeugnis für diese Werte“, bekräftigte Benedikt XVI. „Deshalb lade ich alle religiösen Menschen ein, Dialog nicht nur als Mittel zur Vertiefung des gegenseitigen Verständnisses zu begreifen, sondern auch als Weg, um der Gesellschaft insgesamt zu dienen. Wenn die religiösen Gruppen von diesen moralischen Wahrheiten Zeugnis geben, die sie mit allen Männern und Frauen guten Willens gemein haben, werden sie einen positiven Einfluss auf die breitere Kultur ausüben und ihre Nachbarn, Arbeitskollegen und Mitbürgern dafür begeistern, sich an der Aufgabe zu beteiligen, die Bande der Solidarität zu festigen.“

An die Hirten und Führer der großen Religionen in den USA appellierte der Heilige Vater, den Menschen immer wieder neu die „tieferen Fragen“ vor Augen zu halten: „Was ist der Ursprung, was das Ziel der Menschheit? Was ist gut und böse? Was erwartet uns am Ende unserer irdischen Existenz?“ Wenn diese Fragen angesprochen werden, könne man „ein festes Fundament für den Frieden und die Sicherheit der ganzen Menschheitsfamilie bauen, denn: Der Mensch, wo und wann immer er sich vom Glanz der Wahrheit erleuchten lässt, schlägt fasst selbstverständlich den Weg des Friedens ein.“

Zur Beantwortung dieser Fragen, „die den Ursprung und die Bestimmung der Menschheit betreffen“, brächten die Christen Jesus von Nazareth ein. „Er ist, so glauben wir, ewiger Logos, der Fleisch wurde, um den Menschen mit Gott zu versöhnen und das Motiv, das allen Dingen zugrunde liegt, zu offenbaren. Er ist es, den wir ins Forum des interreligiösen Dialogs hineintragen. Der glühende Wunsch, seinen Spuren zu folgen, spornt die Christen dazu an, ihr Denken und Herz im Dialog zu öffnen.“

Abschließend verwies der Papst auf die Tatsache, dass der Friede ein „göttliches Geschenk“ ist. Diese Erkenntnis veranlasse den Menschen dazu, „die menschliche Geschichte mit der göttlichen Ordnung in Einklang zu bringen. Hierin lieg die Wahrheit des Friedens“, so Benedikt XVI.