Reportage über Orte, Geist und Herzesanliegen des Heiligen Paulus

Veröffentlichung des Archäologen Peter Walker

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ROM, 5. Dezember 2008 (ZENIT.org).- Der britische Bibelexeget und Archäologe Peter Walker veröffentlichte einen Bericht zur „großen Reise des heiligen Paulus“, der im ersten Jahrhundert nach Christus als Saulus von Tarsus in Palästina seine Missionsunternehmungen begann.

Walker selbst bereiste als Reiseleiter und aus Studiengründen die Mittelmeerländer, er schrieb außerdem mehrere Bücher über jene Orte, die mit den Geschichten aus der Bibel in Verbindung stehen. Seine Überlegungen hat er nun in dem Band „Unterwegs auf den Spuren des Paulus: Das illustrierte Sachbuch zu seinen Reisen“, erschienen im Verlag des Katholischen Bibelwerks, zusammengefasst.

Das Buch präsentiert 14 Orte, die der Heilige besucht hat und die in der Apostelgeschichte erwähnt werden, eingebunden in die abenteuerlichen Reisen des heiligen Paulus, in die überwältigende Geschichte des Mittelmeerraums und in die Realität von heute.

Der Text, angereichert mit Farbfotografien, Zeittafeln, Grafiken, Karten und Reliefbildern, begleitet den Leser auf seiner eindrucksvollen Reise durch Straßen, Landschaften und Städte, aber auch durch den Geist und das Herz des Völkerapostels.

In einem Interview für die italienische Zeitschrift „Elledici“ sprach Walker über drei Orte, die, seiner Ansicht nach, am eindruckvollsten an den heiligen Paulus gebunden sind.

Als erstes wählte er „das Panorama der Berge von Tarsus, die auf das moderne Antalya blicken, im Süden der Türkei; ich frage mich noch immer, was den Apostel dazu bewegt hat, diese Berge zu besteigen: Es verwundert nicht, dass Johannes Markus beschloss, nach Jerusalem zurückzukehren…“.

„Dann sind da noch die verlassenen Küsten von Malta, über die winterliche Stürme fegen, und die uns an die Tragödie der 276 Schiffsbrüchigen erinnern“, so Walker.

„Zum Schluss die Basilika St. Paul in Rom, in Anbetracht derer wir über das Schicksal des Apostels nachdenken können, der, nachdem man ihn geköpft hatte, ‚vor den Mauern’ begraben wurde: Er, der diese Stadt und ihre Geschichte noch auf solch bedeutende Weise beeinflusst hätte“.

Er sprach weiter über die Bestätigung, welche die Episoden aus der Apostelgeschichte oder aus den Paulusbriefen in der Archäologie finden. Er erklärte, dass „ein Sitz im antiken Theater von Milet, der laut einer Schrift von den ‚Gottesfürchtigen’ (vom jüdischen Monotheismus angezogene Heiden, Anm. d. Red.) genutzt wurde, oder auch eine Täfelung in Korinth, die die ‚Handschrift’ Erastus trägt, der im Römerbrief genannt wird, ein wahres Bild des Mittelmeerraumes des 1. Jahrhunderts widerspiegeln“.

Was einige unklare Aspekte der Biographie des heiligen Paulus betrifft, die er selbst gern „geklärt“ sehen würde, so Walker: „Es wäre schön zu wissen, was er während seiner Zeit in der Wüste, nach seiner Bekehrung, gemacht hat, oder was geschah, als er nach Tarsus zurückkehrte; wurde er von seinen Verwandten verstoßen?“.

„Mich persönlich würde interessieren, ob er 56 nach Christus wirklich in Illirien, der antike Name für Jugoslawien, war, und dort vielleicht den ersten Brief an Timotheus und Titus schrieb. Ich schreibe darüber in meinem Buch“.

„Aber vor allem: Konnte Paulus jemals Rom als freier Mann verlassen? Ich komme zu folgendem, negativen, Entschluss: Es könnte sein, dass er auf eine lange ‚Warteliste’ gesetzt wurde, und noch vor dem großen Brand von 64 nach Christus verurteilt wurde. Ich kann dies nicht beweisen, doch es ist eine recht vernünftige Annahme“.