Resultate des Zusammentreffens der Kardinäle mit Papst Benedikt

Tag des Gebets und der Reflexion im Vorfeld des zweiten öffentlichen Konsistoriums

| 1566 klicks

ROM, 26. November 2007 (ZENIT.org).- Bei der Begegnung der Kardinäle mit Papst Benedikt XVI., die am Vortag des Konsistoriums ganz im Zeichen des Gebetes, der Besprechung aktueller Fragen und ganz besonders im Zeichen der Ökumene stand, wurde auch die Beziehung zwischen Kirche und Islam angesprochen.



Wie das vatikanische Pressebüro berichtete, befassten sich die engsten Berater des Bischofs von Rom bei ihrer morgendlichen Sitzung eingehend mit dem vom Heiligen Vater ausgewählten Thema der Ökumene, was in der abendlichen Sitzung wieder aufgenommen wurde. Neben der „Zusammenarbeit von Christen unterschiedlicher Konfessionen zum Schutz der Familie in der Gesellschaft und in der Rechtsordnung“ seien dabei auch „die Bedeutung der geistlichen Ökumene und die Bedeutung der persönlichen Beziehung der Gläubigen zu den Autoritäten der anderen christlichen Konfessionen“ erörtert worden.

Kardinal Kasper hatte die Grundzüge der aktuellen ökumenischen Lage skizziert und zu einer offenen und ehrlichen Ökumene ermutigt, die in dem einen Glauben an Jesus Christus und in seiner Nachfolge gründet. Wenn die Dimension der Sünde nicht vergessen und die Notwendigkeit der eigenen Bekehrung und Reinigung nicht übersehen werde, könne es sich um eine Ökumene handeln, die alle bereichere (vgl. Rubrik „Dokumente“ der heutigen Ausgabe).

Weitere Referate hatten die Beziehungen zu Judentum und Islam zum Thema. Als „ermutigende Zeichen“ seien „der Brief der 138 muslimischen Gelehrten [Zenit berichtete] und der Besuch des Königs von Saudi-Arabien beim Heiligen Vater“ hervorgehoben worden.

Ferner wurden die Schwierigkeiten des christlichen Glaubens in einer säkularisierten Welt und die Bedeutung der Neuevangelisierung beleuchtet, „die eine Antwort darstellt auf die tiefe und beständige Sehnsucht des postmodernen Menschen nach Glückseligkeit und Freiheit“.

Ganz besondere Aufmerksamkeit sei Lateinamerika gewidmet worden, wo „durch die jüngste Generalversammlung der Bischöfe Lateinamerikas und der Karibik, die in Aparecida (Brasilien) stattfand, ein neuer missionarischer Antrieb“ genährt worden sei.

Überdies befassten sich die Kardinäle mit der Situation des gottgeweihten Lebens und der Ausbildung in den Priesterseminaren, wie auch mit der Verpflichtung der Kirche zum Einsatz für den Frieden, die Armutsbekämpfung und die Abrüstung (insbesondere die atomare Abrüstung).

Auch an den Brief des Heiligen Vaters an die Kirche in China und seine „positive Aufnahme seitens der Bischöfe und der Gläubigen“ sei erinnert worden.

Weitere Themen waren nach Angaben der Heiligen Stuhls der Internationale Eucharistische Kongress im Juni 2008 in Quebec (Kanada), das Paulinische Jahr 2008/2009 und die Verbreitung der katholischen Presse, ganz besonders der vatikanischen Tageszeitung L’Osservatore Romano.

Nach der Ansprache von Kardinal Walter Kasper habe der Heilige Vater eine „abschließende Zusammenfassung [gehalten], in der er den Kardinälen für ihre Teilnahme und ihre Beiträge dankte und die bevorstehende Veröffentlichung seiner neuen Enzyklika über die Hoffnung als Antwort auf die tiefe Sehnsucht unserer Zeitgenossen ankündigte“.

Die neue Enzyklika Benedikts XVI. trägt den Titel „Spe salvi“ („Gerettet durch die Hoffnung“) und wird am kommenden Freitag unterschrieben, vorgestellt und veröffentlicht.