Rezeption und Zukunft des ökumenischen Dialogs

Benedikt XVI. betont die Fortschritte im Dialog mit der Orthodoxie

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ROM, 12. Dezember 2008 (ZENIT.org).- Am heutigen Vormittag empfing Papst Benedikt XVI. die Mitglieder der Vollversammlung des Päpstlichen Rates für die Förderung der Einheit der Christen. Die Vollversammlung tagte unter dem Vorsitz des Präsidenten des Rates, Kardinal Walter Kasper, zum Thema „Rezeption und Zukunft des ökumenischen Dialogs".

In seiner Ansprache an die Teilnehmer erklärte Papst Benedikt XVI., dass dieses Thema von bemerkenswertem Interesse für den Weg zur vollen Einheit unter den Christen sei. Das Thema gestalte sich in zwei wesentlichen Dimensionen. Einerseits gehe es um eine Beurteilung des bisher zurückgelegten Weges, andererseits um die Individuation neuer Wege zur Fortsetzung.

Für den Papst besteht kein Zweifel, dass der theologische Dialog einen wesentlichen Bestandteil zur Wiederherstellung der vollen Einheit darstelle. Aus diesem Grund sei er zu stützen und zu ermutigen. Immer mehr vollziehe sich dieser Dialog im Kontext der kirchlichen Beziehungen, die sich immer mehr ausweiten und nicht nur die Hirten einbeziehen, sondern auch die anderen Glieder des Volkes Gottes.

Der Papst dankte Gott für die wichtigen Schritte, zu denen es im Verhältnis mit den orthodoxen Kirchen und den alten orientalischen orthodoxen Kirche gekommen sei. Dieser Fortschritt betreffe sowohl den theologischen Dialog als auch die Festigung und das Wachsen der kirchlichen Brüderlichkeit.

Benedikt XVI. würdigte das jüngste Dokument der gemischten internationalen Kommission für den theologischen Dialog, das sich mit kirchlicher Gemeinschaft, Konziliarität und dem Primat auseinandersetzte. Das Dokument eröffne eine positive Perspektive der Reflexion über die Beziehung zwischen dem Primat und der Synodalität in der Kirche.

Abschließend rief der Heilige Vater in Erinnerung, dass die Vollversammlung ihre besondere Aufmerksamkeit dem „Harvest Project" gewidmet hatte. Dabei handelt es sich um den Themenbereich „Ecumenical consensus /convergence on some basic aspects of the Christian faith found in the reports of the first four international bilateral dialogue in which the Catholic Church has taken part since the Second Vatican Council" (ökumenischer Konsens und ökumenische Konvergenz hinsichtlich einiger Grundaspekte des christlichen Glaubens, die in den Berichten über die vier bilateralen internationalen Dialoge ausgemacht wurden, an denen die katholische Kirche seit dem II. Vatikanischen Konzil teilgenommen hat).

Die Ergebnisse des Dialogs mit der Lutheranischen Weltföderation, dem methodistischen Weltrat, der anglikanischen Gemeinschaft und des reformierten Weltbundes befinden sich für den Papst in einer Zwischensituation, angesichts derer eine objektive Untersuchung des Erreichten „zweifellos nützlich und angemessen erscheint".