Rimini-Kongress 2011 mit fast 800.000 Teilnehmern zu Ende gegangen

Thema für 2012: „Die Natur des Menschen ist die Beziehung mit dem Unendlichen“

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Von Luca Marcolivio

RIMINI, 30. August 2011 (ZENIT.org). – 113 Treffen, 321 Lautsprecher, 10 Ausstellungen, 26 Veranstaltungen durch die Mithilfe von fast 4000 Freiwilligen (darunter 140 Ausländer), dies ist die Bilanz von fast 800 000 Besuchern aus 38 verschiedenen Nationen. Am Samstag endete der Kongress der Freundschaft zwischen den Völkern in Rimini zu dem Thema „Die Existenz wird zu einer großen Gewissheit“.

Der Kongress begann mit einer Botschaft von Papst Benedikt XVI. an die Teilnehmer, in der der Heilige Vater daran erinnerte, dass „der Mensch nicht ohne eine Gewissheit seines eigenen Ziels leben kann.“

Bei der Eröffnungsveranstaltung betonte der Präsident der Republik Italien, Giorgio Napolitano, die Notwendigkeit, Jugendliche zu ermutigen, „die Sprache der Wahrheit zu sprechen", auch in Zeiten der Krise.

„Bringt in diese Zeit der Ungewissheit eure Sehnsucht nach Sicherheit“, ermutigte das Staatsoberhaupt. „Ihr seid die Repräsentanten einer menschlichen Ressource für unser Land. Gebt diesem noch mehr Wert: Das ist mein Wunsch und mein Ansporn.“

Die Präsidentin des Rimini-Kongresses, Emilia Guarnieri, äußerte auf der abschließenden Pressekonferenz: „Von der Geschichte unseres Landes berichten, (insbesondere in der Ausstellung „150 Jahr Subsidiarität“), sich den Fragen der Krise und der internationalen Situation stellen, den Blick auf die vergangene Kultur und die unserer Zeit richten, darin haben wir etwas vor unseren Augen sich entwickeln sehen: dass unsere Existenz zu einer enormen Gewissheit wird…Wir haben Menschen aus allen Teilen der Welt getroffen, die über ihre Erfahrungen berichtet haben. Sie haben ein Zeugnis ihrer eigenen Existenz gegeben, einer Gewissheit, die auf verschiedene Weise Krisensituationen erfassen lässt und ihnen mit überraschender, positiver Einstellung begegnet.“

Guarnieri erwähnte daraufhin einige der vielen Gäste aus verschiedensten geographischen, kulturellen und religiösen Herkunftsländern, alles Zeugen der „Freundschaft zwischen den Völkern“: Kardinal Antonios Naguib, Bischof Armiah, der Rektor der Al-Azhar-Universität, Usamah Elabed, und Wegbegleiter der Konferenz wie Farouq Wael, Joseph Weiler, Andrew Davidson und John Milibank.

Die Rimini-Konferenz sei ein bevorzugter Ort des interreligiösen Dialogs, wie es das Eingreifen bei der Veranstaltung von Abdel Fattah Hassan gezeigt hätte, dem Übersetzer der Schrift „Das Risiko der Erziehung“ von Don Giussani ins Arabische.

Emilia Guarnieri begrüßte besonders die Ausführungen von Costantino Esposito, Professor für Geschichte der Philosophie an der Universität Bari, der das Thema der Konferenz philosophisch entwickelte. Sie stellten eine Antwort auf „den einfachen, aber illusorischen Trost dar, den auf der einen Seite der Naturalismus gebe. Nach diesem wäre alles ‚auf der Grundlage bestimmter physikalisch – chemischer und neuronalen Faktoren‘ erklärbar. Auf der anderen Seite die Antwort auf den billigen Trost eines kulturellen Relativismus.“

Guarnieri erwähnte dann die Anwesenheit vieler Katholiken – Laien und Kirchenvertreter: unter anderem des Philosophen Fabrice Hadjadj, der Kardinäle Dionigi Tettamanzi und Robert Sarah und des Kustos des Heiligen Landes, Pater Pierbattista Pizzaballa.

Sie alle hätten ein großartiges Zeugnis ihrer konkreten Christus-Erfahrung in dieser Welt gegeben, die in Einklang gestanden hätte mit der Ausstellung „Durch die Augen der Apostel“, einer realistischen Rekonstruktion der ersten Predigt Jesu in Kafarnaum.

Die anwesenden Unternehmer und Politiker, führte Guarnieri weiter aus, „finden sich vor einem Volk wieder, das erneut wie ‚Menschen ohne Heimat‘ erscheint. Sie nehmen sich die Freiheit, den Italienern zu sagen, dass dieses Land nicht durch hohe internationale Finanzkräfte wächst, sondern durch die Kreativität einer menschlichen Haltung, die Menschen befähigt, sich durch Sehnsüchte, Realismus und Idealismus zu entwickeln, was die einzige Möglichkeit bedeutet, nicht zu einem Land von Alten zu werden.“

„Es sind Menschen, die von einer Sache überzeugt sind, tiefgründig, liebenswürdig zu allen: Sie haben die Erfahrung von wahren Menschen, sind voll Überzeugung und von daher nicht einem bestimmten Machttyp zuzuordnen. Weil sie erkannt haben, dass die Kräfte, die die Geschichte verändern, die gleichen sind, die das Herz des Menschen verändern. Der Mensch ist tatsächlich nicht der Schöpfer seiner selbst, sondern er ist gezeichnet von etwas aus der Höhe“, so Guarnieri.

Bei der Pressekonferenz wurde Tokio als Ort der nächsten Konferenz vom 27.-31. Oktober 2011 bekanntgegeben. Das Thema des nächsten Treffens in Rimini (vom 19.-25. August 2012) lautet: „Die Natur des Menschen ist die Beziehung mit dem Unendlichen“.

[ZENIT-Übersetzung des italienischen Originals]