Rimini-Treffen 2008: Benedikt XVI. unterstreicht bedeutende Rolle der Erziehung

Jahrestreffen von „Gemeinschaft und Befreiung" vom 24. bis zum 30. August

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ROM, 26. August 2008 (ZENIT.org).- Die wichtige Rolle der Erziehung als Dienst an der Menschheit ist das Thema des Schreibens von Papst Benedikt XVI. an den diesjährigen Kongress der Bewegung Gemeinschaft und Befreiung, der vom 24. bis zum 30. August in der italienischen Hafenstadt Rimini stattfindet.

Wie der Chefredakteur der Tageszeitung des Vatikans, des „Osservatore Romano“, Gian Maria Vian, in einer Meldung auf www.Ilsussidiario.net bestätigte, hat Kardinal-Statssekretär Tarcisio Bertone SDB den Kongressteilnehmern das päpstliche Schreiben überbracht. Die Zusammenkunft steht im Zeichen des Themas „Entweder Hauptakteur oder niemand sein?“, welches das Menschenbild in den Mittelpunkt der Überlegungen dieses jährlichen Treffens rückt.

Die Erziehung ist eines der großen Themen und Anliegen des Pontifikats von Papst Benedikt XVI. Im Februar hatte der Bischof von Rom auf dem Petersplatz Familien, Professoren und Erziehern aus seiner Diözese sein Schreiben „über die dringende Aufgabe der Erziehung“ vorgestellt und erläutert. Mit diesem Brief hatte sich der Heilige Vater am 21. Januar an die gläubige Gemeinde Roms sowie an die Zivilgesellschaft gewandt, um Perspektiven der Erziehung in der modernen Gesellschaft aufzuzeigen und den „Erziehungsnotstand“ in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu rücken.

Benedikt XVI. erklärte damals vor den versammelten Gläubigen, dass das Erziehen niemals einfach gewesen sei und dass es heute immer schwieriger zu werden scheine. Aus diesem Grund mache sich sowohl unter den Eltern als auch unter den Lehrern und allgemein unter den Erziehern die Versuchung breit aufzugeben, so der Heilige Vater. Ja, sie alle liefen sogar Gefahr, nicht einmal mehr zu verstehen, was ihre eigentliche Rolle beziehungsweise die ihnen anvertraute Sendung sei.

Deshalb habe der Papst dieses Thema auch für das Rimini-Meeting gewählt, so Vian. Es sei ein Anliegen, das alle Menschen über die Grenzen der Konfessionen hinweg angehe.

In seiner Enzyklika Deus caritas est habe Benedikt XVI. bekräftigt, dass die Suche nach Glück und Erfüllung nicht eine Antwort im Sinne einer „Ideologie“ oder einer „Moral“ einfordere, sondern auf eine „Person“ ziele. In seinem Schreiben an die Kongressteilnehmer verweist der Papst diesbezüglich auf die Person des heiligen Paulus, „einer geschichtlich bedeutenden Person, die - wie Jesus selbst - im Leben scheinbar gescheitert ist“. Dennoch sei Paulus im Wandel, der durch die christliche Revolution eingeleitet wurde, unverzichtbar gewesen, so Papst Benedikt. „Ohne Paulus wäre das Christentum nicht, was es ist."

In den Augen der Welt sei „Paulus ein ‚Niemand’, und doch ist er ein ‚Held’ - weil er sich völlig für die anderen verausgabt hat." Der große Gegner der Anhänger Jesu habe auf geheimnisvolle und schillernde Weise eine Erfahrung gemacht, „die sein Leben veränderte. Und seit dieser Zeit hat er sich ganz der Verkündigung Christi und seines Evangeliums gewidmet."

Nach Worten von Gian Maria Vian spricht das Schreiben auch von einer „bescheidenen Zusammenarbeit“, so Vian. Es handle sich um ein interessantes neues Konzept: „jemand sein, aber jemand, der im Dienst von etwas anderem steht".

Dies entspringe der Erfahrung „Kommt und seht!“, der Einladung Jesu im Johannesevangelium (Joh 1,39). „Diese Erfahrung sagt uns, dass jemand, der dient, ‚jemand Wichtigeres’ ist. Das ist der Sendungsauftrag, den der Papst ‚Comunione e Liberazione’ anvertraut hat.“

Von Mirko Testa