Robert Schuman (1886-1963)

Politiker und Gründervater der Europäischen Union

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 394 klicks

Robert Schuman setzte sich als französischer Außenminister für die deutsch-französische Freundschaft ein und gilt als Gründervater der Europäischen Union.

Nach dem Besuch des Gymnasiums studierte Schuman, der am 29. Juni 1886 in Luxemburg geboren worden war, in Bonn Rechtswissenschaften; er setzte seine Studien in München, Berlin und Straßburg fort, die er 1910 mit einer Promotion in Berlin abschloßabschloss. Schuman arbeitete anschließend in Metz als Anwalt.

Als Elsass-Lothringen 1919 an Frankreich angegliedert wurde, nahm Schuman die französische Staatsbürgerschaft an und wurde für die Republikanische Union Lothringen Abgeordneter in der Nationalversammlung. Das Amt hatte er bis zu seiner Verhaftung durch die Gestapo im Jahr 1941 inne. 1942 gelang ihm die Flucht. In Frankreich konnte er im Kloster Notre-Dame-des-Neiges im Département Ardèche untertauchen. Schuman pflegte in dieser Zeit enge Kontakte zur französischen Résistance.

Nach dem Krieg wurde er für das „Mouvement de Rassemblement Populaire“ in die Nationalversammlung gewählt. Von 1947 bis 1948 bekleidete er das Amt des Ministerpräsidenten Frankreichs. Im Anschluss, von 1948 bis 1952, war er als Außenminister tätig. Sein Bestreben galt der deutsch-französischen Aussöhnung und dem Aufbau eines freundschaftlichen Verhältnisses beider Staaten.

Mit seiner Erklärung vom 9. Mai 1950 legte Schuman den Grundstein für die Föderation Europas; der Montanvertrag wurde am 18. April 1951 in Paris unterzeichnet. Schuman war außerdem maßgeblich in die Gestaltung der Straßburger Konvention für Menschenrechte und bürgerliche Grundfreiheiten eingebunden, die 1955 unterzeichnet wurde. Im selben Jahr wurde Schuman Justizminister. In zahlreichen Vorträgen und Reisen warb er für die Idee eines geeinten und friedlichen Europa. 1958 wurde Schuman einstimmig zum ersten Präsidenten des Europäischen Parlaments gewählt.

Für seine Verdienste um die Einheit Europas und den Frieden wurden Schuman zahlreiche Preise und Auszeichnungen verliehen, so 1956 das Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland oder 1958 der Karlspreis der Stadt Aachen.

Robert Schuman starb am 4. September 1963 in Scy-Chazelles, einem Vorort von Metz. In seinem ehemaligen Wohnhaus wurde 2004 ein Museum errichtet, das seit 2007 zum europäischen Kulturerbe zählt. 

Seit 2004 ist der Antrag auf Seligsprechung anhängig. Seit 1989 hat sich das zu diesem Zweck gegründete „Institut Saint-Benoît Patron de l'Europe“ zur Aufgabe gemacht, sich für die Seligsprechung Robert Schumans  einzusetzen.