Rom: Eine perfekte Stadt für den Dialog zwischen Kultur und Glaube

10. Internationales Symposium der Universitätsdozenten in Rom

Rom, (ZENIT.org) Jill Carnà | 460 klicks

Vergangene Woche, vom 20. bis 22. Juni, fand in Rom das "Zehnte Internationale Symposium der Universitätsdozenten" statt. Thema des diesjährigen Symposiums war: „Die Kulturen vor Gott. Herausforderungen, Forschung und Perspektiven aus dem Mittelmeerraum in die Welt” (ital. „Le culture dinanzi a Dio. Sfide, ricerche, prospettive, dal Mediterraneo al mondo”).

Etwa 800 Dozenten und 300 weitere Teilnehmer aus allen Teilen der Welt kamen für die dreitägige Veranstaltung nach Rom. Organisiert wurde das Symposium vom „Ufficio diocesano per la Pastorale Universitaria”Bischof Lorenzo Leuzzi hatte den Vorsitz des Symposiums.

Ziel des internationalen Symposiums war unter anderem das Zusammenbringen von Wissenschaft und Glaube.

Eröffnet wurde das zehnte internationale Symposium mit einer Zeremonie in der Sala della Protomoteca auf dem Kapitol in Rom. Anwesend waren der neue Bürgermeister Roms, Ignazio Marino, der Präsident der Region Latium, Nicola Zingaretti, und Prof. Hani Mourtada, Ex-Direktor der Universität von Damaskus in Syrien. Moderiert wurde die Feier von Cesare Mirabelli, Dozent an der Universität Tor Vergata.

Nach den ersten Begrüßungworten hielten Kardinal Agostino Vallini, Kardinalvikar der Diözese Rom, und Maria Chiara Carrozza, amtierende Ministerin für Unterricht, Universitäten und Forschung in Italien, ihre Einführungsansprachen.

Bürgermeister Marino lobte die Wahl des Tagungsortes. Es gebe keine Stadt, die für ein solches Symposium besser geeignet sei als Rom. Das Symposium untersuche den Dialog zwischen Kultur und Glaube. „Um eine moderne Stadt zu werden, müssen wir in der Lage sein, das Herausragende, den Eifer und die Kreativität der jüngeren Generationen zu unterstützen”, sagte der Bürgermeister.

Die Anwesenheit des Bürgermeisters sei auch ein Beweis für sein Engagement und das der Stadtverwaltung. Dieses Ziel versuche Rom, Zentrum des Christentums und des Dialogs zwischen Religion und Kultur, in eine Hauptstadt der Bildung zu verwandeln.

Er erläuterte, dass das Symposium wichtige Anregungen und Ratschläge der neuen Regierung geben könne, die die Ehre habe, am Symposium mitzuwirken. „Meine Arbeitsweise, wie ich schon immer betonte, ist die des Zuhörens und der Beteiligung. Elemente, die auch Grundlage für unsere heutige Gesellschaft sein könnten,” schloss Marino seinen Vortrag ab.

Kardinal Vallini beschäftigte sich in seinem Beitrag mit der Frage der Kulturen. Den Menschen müsse der Unterschied zwischen den verschiedenen Völkern und Kulturen bewusst sein. „Man kann keine Kultur einzeln zählen, da sie manchmal in noch eine andere geteilt werden kann. Jede Kultur ist das Ergebnis einer anderen Kultur. In unserer heutigen Zeit, die von den neusten Technologien und Informationen geprägt ist, ist es nochschwieriger, Kulturen zu definieren.” Ihm zufolge sei die Herausforderung für unsere Zukunft die Entwicklung von Wissen und Lebensweisen, die immer stets in Kontakt mit dem Glauben und der Kirche stehen sollte solle.

In dem abschließenden Vortrag von Grace Davie, Professorin für Soziologie der Religionen an der Universität von Exeter in Großbritannien, wurde das Verständnis von Religion im modernen Europa erläutert. Davie präsentierte mehrere Faktoren, die aktuell das christliche Leben in Europa formen und daher berücksichtigt werden sollten.

Ihrer Meinung nach sei der Stand der Religion in Europa sehr paradox und die Zukunft somit sehr ungewiss. „Einerseits kehrt Religion in die Öffentlichkeit zurück und erwartet eine Reaktion, andererseits hat ein großer Teil der Bevölkerung Schwierigkeiten, mit dem Thema Religion umzugehen. Unter anderem, weil das notwendige Wissen und Vokabular verloren gegangen sind. ” In ihrem Vortrag kam eine Frage auf: Wie können wir diese Situation auf eine konstruktive Art und Weise behandeln? „Das ist die Herausforderung, der sich die europäischen Gesellschaften stellen muss. Und wir hoffen, dass durch dieses Treffen Leitlinien gelegt werden, denen wir folgen können,” beantwortete sie die Frage.

Am Vormittag des zweiten Tages des Internationalen Symposiums fanden an verschiedenen Universitäten Roms Vorträge behandelten sie die vier großen kulturellen Bereiche: Recht, Wissenschaft, Moral und Religion.

Beendet wurde der Kongresstag mit einem weiteren Treffen zum Thema „Raum und Gott”. Auch der Wissenschaftler Antonio Zichichi nahm an der abendlichen Veranstaltung, die im Centro Congressi Auditorium Antonianum stattfand, teil.

Der dritte und letzte Tag diente der Präsentation der Ergebnisse des diesjährigen Symposiums. Cesare Mirabelli und Bischof Lorenzo Leuzzi leiteten die abschließende Veranstaltung.