Rückkehr der Delegation der europäischen Bischofskonferenz bei Alexej II.

Orthodoxe, Katholiken und Altorientalen leisten Beitrag zum neuen Europa

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BRÜSSEL, 15. Januar 2002 (ZENIT.org).- Am Montag kehrte Bischof Dr. Josef Homeyer, Präsident der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (COMECE) und Bischof von Hildesheim, von einer Reise zum Russischen Orthodoxen Patriarchen Alexej II. in Moskau sowie zu dem Patriarchen der Armenischen Apostolischen Kirche, Katholikos Karekin II., zurück.



Beide Patriarchen hätten ihre starke Verbundenheit mit Europa und das große Interesse ihrer Kirchen, an der Gestaltung des zukünftigen Europas mitzuwirken, ausgedrückt. Es sei an der Zeit, so Bischof Homeyer, "zusammen mit den orthodoxen Kirchen, den altorientalischen Kirchen und den Kirchen der Reformation einen gemeinsamen Beitrag zu einer christlichen Sozialethik für die politische Gestaltwerdung Europas zu entwerfen".

Ohne die Stimme der Kirchen und den Beitrag der Juden und Muslime bestehe die Gefahr, dass Europa die Herausforderung der Globalisierung nicht bestehe. Gemeinsam mit dem russischen Patriarchen und dem armenischen Katholikos ist Homeyer überzeugt, dass Globalisierung nicht den Reichtum für wenige, sondern Gerechtigkeit für alle bedeuten müsse.

Die Gespräche mit Patriarch Alexej II. in Moskau und Katholikos Karekin II. stehen im Zusammenhang mit einer Reihe von jährlichen Reisen Homeyers zu den orthodoxen Kirchenleitungen. In den vergangenen Jahren war Homeyer in Sofia, Bukarest, Minsk, Athen, Belgrad und wiederholt beim Ökumenischen Patriarchen Bartholomäus I. an dessen Sitz in Konstantinopel (Istanbul) gewesen.

Die Reise fiel zeitlich mit der Neujahrsansprache des Papstes an das Diplomatische Corps zusammen, bei der der Heilige Vater beklagte, dass die Verantwortlichen der Europäischen Union im Dezember auf dem Gipfel von Laeken den Beitrag der Glaubensgemeinschaften bei der Schaffung einer künftigen europäischen Verfassung ausgeschlossen haben.