Rückkehr zum Studium der Väter sowie der lateinischen und griechischen Klassiker

Appell des Dekans des Päpstlichen Instituts für Patristik „Augustinianum

| 960 klicks

ROM, 25. Oktober 2007 (ZENIT.org).- Heute ist ein großes Interesse an den Kirchenvätern festzustellen; andererseits wird die Dringlichkeit wahrgenommen, die Kluft zwischen der Patristik und den Entwicklungen der modernen Theologie zu überwinden. Das bekräftigte P. Robert Dodaro OSA, Dekan des Instituts für Patristik „Augustianianum“ der Päpstlichen Lateranuniversität in einem Gespräch mit ZENIT.



Der Dekan beklagte dabei als eines der Haupthindernisse des Zugangs zum Institut die geringen Latein- und Griechischkenntnisse unter Studenten sowie mangelnde Vertrautheit mit den klassischen Schriftstellern. Das Institut biete diesbezüglich Kurse an.

P. Dodaro erinnerte an das, was das Zweite Vatikanische Konzil bekräftigt hatte: dass eine Erneuerung der Theologie und der Praxis der Kirche eine Rückkehr zum Weisheitserbe der Kirchenväter erfordere. Die Theologie von heute jedoch, so Dodaro, scheint einen anderen Weg eingeschlagen zu haben; einen Weg, der sie immer mehr von der Tradition und den Ursprüngen entfernt. „Es ist notwendig, dass die Kirche sich heute mit der Frage der Beziehung zwischen Patristik und dogmatischer Theologie auseinandersetzt.“

Die Vätertheologie sei sehr aktuell, betonte er. Wir stünden vor einer wunderbaren Spiritualität, einer liturgischen sowie theologischen Aktualität. Das Interesse der Menschen sei da. „Das Problem liegt bei den Theologen, die nicht vom Ausmaß der Aktualität der Lehre der Väter überzeugt sind.“

Wesentlich für die Verbreitung des Gedankenguts der Väter seien angemessene Übersetzungen. Der Dekan wies darauf hin, dass Italien heute zu den Vorreitern auf dem Gebiet der Forschung, des Studiums und der Verbreitung der Kirchenväter gehört. Dies beträfe sowohl die Kirche in Italien als auch die staatlichen Institute, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Aber dies mache gute Übersetzungen noch notwendiger. Dazu bedürfe es guter und fähiger Übersetzer. „Die Bischöfe müssen den Mut aufbringen, die Seminaristen und jungen Priester für das Studium der Väter einzusetzen.“