Rückzug weiterer religiöser Orden aus Libyen

Bischof Martinelli: Es erwarten uns schwierige Tage

Rom, (ZENIT.org) | 699 klicks

„Zwei religiöse Orden ziehen sich aus Libyen zurück, nachdem sie von Fundamentalisten erpresst wurden“, so der Apostolische Vikar von Tripolis, Bischof Giovanni Innocenzo Martinelli zum Fidesdienst, der die Situation im Osten des Landes als „kritisch“ bezeichnet. „Für den 20. Februar sind in der ganzen Region im Osten des Landes Kundgebungen vorgesehen, weshalb das Vikariat Bengasi gebeten wurde, die Kirche ab dem 13. Februar nicht mehr zu benutzen und sich in Sicherheit zu bringen“, so Bischof Martinelli weiter.

Der Apostolische Vikar von Tripolis beschreibt die Entwicklung in der Region: „In den vergangenen Tagen mussten die Kongregation von der Heiligen Familie von Spoleto, die seit rund 100 Jahren hier tätig war, und ein polnischer Salesianerpater, der von Extremisten misshandelt wurde, die Stadt Derna verlassen. Auch aus Beida zog sich ein Frauenorden zurück, wobei es dafür jedoch interne Gründe gibt. In Barce werden die Franziskanerinnen vom Kinde Jesu in den kommenden Tagen das Haus verlassen.“

„Hier in Tripolis ist die Situation ziemlich ruhig, doch im Osten ist die Atmosphäre angespannt“, so Bischof Martinelli, der hinzufügt: „Es tut uns leid, dass wir unsere Aktivitäten in der Region reduzieren müssen, da wir eine sehr intensive und schöne Beziehung zur libyschen Bevölkerung aufgebaut hatten, wobei es vor allem um Zeugnis und Freundschaft ging, wobei diese Beziehungen leider in letzter Zeit unter dem Einfluss der Fundamentalisten leidet. Sie stehen nicht stellvertretend für die Identität des libyschen Volkes, doch sie sind Teil der heutigen libyschen Gesellschaft.“

„Als Kirche werden wir unsere Vorsichtsmaßnahmen treffen, doch wir können die Christen vor Ort nicht alleine lassen. Es werden zwei Schwesterngemeinschaften in Bengasi bleiben und eine kleine Gemeinschaft bleibt in Tobruk, und auch in Beida werden weiterhin zwei indische Schwestern tätig sein.“ Abschließend betont Bischof Martinelli: „Wir werden zwar zunächst ärmer sein, doch wir verlieren die Hoffnung nicht, dass unsere Gemeinschaften eines Tages wieder erstarken werden.“