Russen möchten Papst Franziskus in ihrem Land

Laut einer Umfrage wünschen 71 Prozent einen Besuch des Papstes

Rom, (ZENIT.org) | 574 klicks

71 Prozent der russischen Bevölkerung möchten, dass Papst Franziskus eine Reise in ihr Land unternimmt. Nur neun Prozent sprechen sich gegen diesen Wunsch aus. Dies ergab eine Umfrage der Agentur „Interfax Moskau“,  durchgeführt von Wissenschaftlern des „Levada Centers“, eine Umfrage in 45 Regionen der russischen Föderation.

Die Wahl des neuen Papstes verdränge nicht die Hoffnung, dass die Beziehung zwischen der katholischen und der orthodoxen Kirche besser würden.

58 Prozent der Befragten haben die derzeitige Lage der Beziehungen als „normal“ bezeichnet, 9 Prozent als „herzlich“, nur ein kleiner Teil als „kalt“. 38 Prozent der Befragten meinen, dass die Beziehungen sich verbessern würden, 15 Prozent sind der Auffassung, dass mehr Zeit nötig sei, 3 Prozent vertreten die Meinung, dass sich die Beziehungen verschlechtern würden.

56 Prozent der Befragten werteten die Papstwahl als „bedeutendes Ergebnis“, 33 Prozent haben am Geschehen gefühlsmäßig nicht teilgenommen. Den Wahlprozess verfolgt haben 35 Prozent, 47 Prozent haben davon gehört, 18 Prozent wussten nichts davon.

Es sei daran erinnert, dass der Patriarch von Moskau und Papst Franziskus in ihrem letzten Gespräch die Möglichkeit eines Besuchs nicht ausgeschlossen haben.

Eine solche Reise müsste nach Angaben von beiden Seiten „gut vorbereitet sein“, damit „wesentliche Probleme gelöst und Fragen aus der Welt geschaffen werden können.“ Die Beziehungen der Kirchen könnten sich nur verbessern, wenn schwierige Situationen wie die Lage der Ukraine in Betracht gezogen würden. Nach dem Fall des Kommunismus gebe es einen für den Patriarchen „sehr schmerzlich empfundenen“ „Kampf der Kirchen“ um Gläubige.

Der Journalist Peter Anderson hat den Patriarchen von Moskau, Kyrill I., über die Lage in der Ukraine befragt. Dieser erklärte: „Ich denke, dass es gerecht ist zu sagen, dass eine Begegnung des Papstes und des Patriarchen nur in einem Moment stattfinden kann, an dem der Patriarch von Moskau und die griechisch-katholische Kirche in der Ukraine zu einer befriedigenden Lösung der Situation gekommen sind. Auch der Papst kann keine Lösung herbeizwingen, die gegen den Willen des ukrainischen Volkes geht, besonders wenn man die vielen Märtyrer und Gefangennahmen bedenkt, die Menschen aus Treue zum Papst über viele Jahrzehnte der Verfolgung durchleiden mussten.“

In Argentinien hatte Kardinal Bergoglio sehr herzliche Beziehungen mit den orthodoxen Kirchen in Buenos Aires aufrechterhalten. Zu erwähnen bleibt, dass Sviatoslav Shevchuk, derzeitiges Oberhaupt der griechisch-katholischen Kirche der Ukraine, zwei Jahre in Buenos Aires gearbeitet (2009-2011) und dort persönlich Bergoglio kennengelernt hatte.