Russlands Bischöfe bei Papst Benedikt XVI.

Mehr Zusammenarbeit mit der russisch-orthodoxen Kirche

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ROM, 29. Januar 2009 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. hat die katholischen Bischöfe in Russland dazu aufgerufen, den Dialog mit den orthodoxen Christen zu intensivieren, um mit vereinten Kräften den großen kulturellen und ethischen Herausforderungen der jetzigen Zeit zu begegnen.

Der Heilige Vater, der die Mitglieder der Russischen Bischofskonferenz heute zum Abschluss ihres Ad-limina-Besuchs bei den Apostelgräbern im Vatikan empfing, betonte in seiner Ansprache, dass es die kirchliche Situation im orthodoxen Russland erforderlich mache, sich mit neuem Schwung für die Weitergabe von menschlichen und geistlichen Werten einzusetzen. Benedikt XVI. erklärte, dass hierzu gerade der Dialog mit der Orthodoxie wesentlich sei. Dieser Dialog jedoch stehe „trotz der erreichten Fortschritte" noch vor einigen Schwierigkeiten.

Der Papst brachte anlässlich der Freude über die Wahl des neuen Patriarchen von Moskau und ganz Russland Kyrill auch gegenüber der orthodoxen Kirche seine geistliche Nähe zum Ausdruck.

Die russischen Bischöfe forderte er auf, in der pastoralen Arbeit vereint voranzuschreiten und aus den Erfahrungen der Weltkirche Nutzen zu ziehen. Die Einheit wächst und entfaltet sich nach Worten des Papstes „in den konkreten Situationen der einzelnen Ortskirchen". Diesbezüglich rief Benedikt XVI. seinen Gästen die Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils ins Bewusstsein, das die Bischöfe dazu angehalten habe, in ihren Ortskirchen ein „sichtbares Zeichen der Einheit" zu sein, in denen und aus denen die eine katholische Kirche wachse.

Russland sei, genauso wie andere Länder und Gegenden der Welt, von der Krise der Familie und dem daraus folgenden demographischen Schwund gekennzeichnet. Deshalb rief Benedikt XVI. die Bischöfe dazu auf, ihre Zusammenarbeit mit den staatlichen Stellen zu vertiefen. Sie sollten ihre Aufmerksamkeit vor allem auf die jungen Menschen richten, denen die katholische Gemeinschaft Russlands das Erbe der Heiligkeit und der Treue zu Christus unversehrt weitergeben müsse. Der Papst brachte diesbezüglich seine Wertschätzung für das Engagement der Bischöfe zur Förderung der Teilnahme an der Liturgie und der Katechese zum Ausdruck.

Abschließend sprach der Heilige Vater den Hirten aus Russland Mut zu. Er lud sie ein, die Priesterberufungen und all jene Initiativen zu fördern, die auf ein geistliches Wachstum der Laien ausgerichtet sind. Die Priester sollten „Väter und Vorbild für den Dienst an den Brüdern" sein.

Von großer Bedeutung sei es, so Benedikt XVI. abschließend, „dass die Christen mit vereinten Kräften den großen kulturellen und ethischen Herausforderungen des gegenwärtigen Augenblicks begegnen, die die Würde des Menschen und seine unveräußerlichen Rechte, die Verteidigung des Lebens in all seinen Phasen, den Schutz der Familie sowie andere dringliche wirtschaftliche und soziale Fragen betreffen."