„Sacramentum Caritatis“, ein weiterer Schritt auf dem Reifungsprozess der Liturgiereform

P. Federico Lombardi SJ über das Nachsynodale Apostolische Schreiben zur Eucharistie

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ROM, 19. März 2007 (ZENIT.org).- Das am Dienstag erschienene Lehrschreiben von Papst Benedikt XVI. über die Eucharistie, Sacramentum Caritatis, ist in den Augen von P. Federico Lombardi SJ ein weiterer bedeutender Schritt auf dem Reifungsprozess der Liturgiereform.



Der 63-jährige Jesuitenpater, der das Pressebüro des Heiligen Stuhls leitet und darüber hinaus auch für das vatikanische Fernsehzentrum (VTC) und „Radio Vatikan“ verantwortlich ist, wertete das Nachsynodale Apostolische Schreiben in der Sendung „Octava Dies“, die von VTC ausgestrahlt wurde, als ein „neues Zeichen für die Kontinuität zwischen den beiden Pontifikaten“, dem von Papst Johannes Paul II. und jenem von Papst Benedikt XVI.

„Die letzten großen Initiativen von Johannes Paul II. waren nämlich gerade der Eucharistie gewidmet: seine letzte Enzyklika mit dem Titel Ecclesia de Eucharistia; … die Ausrufung eines ganzen pastoralen Jahres, das der Eucharistie gewidmet war, in dem er starb; die Einberufung einer Bischofssynode zum Thema der Eucharistie.“

Nach Worten von P. Lombardi sah und lebte Papst Johannes Paul II. die Eucharistie als „Mitte und Höhepunkt sowie als Quelle des Lebens der kirchlichen Gemeinschaft, die ihm anvertraut worden war. „Und beinahe symbolhaft ging die Zeit seines Pontifikates im Angesicht dieses großen Geschenks und Geheimnisses zu Ende.“

Der Pressesprecher des Papstes hob hervor, dass Benedikt XVI. das „Jahr der Eucharistie“ und auch die Bischofssynode zu Ende gebracht habe. „Und die Früchte vermittelt er jetzt der Kirche mit einem Dokument, das bereits in seinem Titel anzeigt, dass es eng mit seiner ersten Enzyklika Deus caritas est verbunden ist, das es sich also fast um eine natürliche Entwicklung handelt.“

P. Lombardi erklärte, dass der neue Text auch von einem Anliegen zeuge, das für Benedikt XVI. charakteristisch sei: von der „Liturgie, ihrem Reichtum und ihrer Bedeutung“, sowie von der Würde, mit der sie gefeiert werde.

„Es gibt wirklich viele Punkte, über die die Kirche eingeladen ist nachzudenken, damit es immer offensichtlicher wird, dass die Liturgie ein lebendiges Ereignis der Kommunion der Gemeinschaft mit Gott ist“, fuhr der Ordenspriester fort.

So gehe der Reifungsprozess der liturgischen Erneuerung, die vom Zweiten Vatikanischen Konzil eingeleitet worden sei, mit einem immer besseren Gleichgewicht zwischen den horizontalen und den vertikalen Dimensionen weiter. „Theologie, Spiritualität, Liturgie und Leben“ würden in dem neuen Dokument auf wunderbare Weise und in großer Ausgewogenheit miteinander verbunden, so P. Lombardi. „Sacramentum caritatis“ sei für die ganze Kirche ein Geschenk, das es anzunehmen, zu meditieren und umzusetzen gelte.