„Sacramentum caritatis“: Übersetzungsfehler eingeschlichen

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ROM, 14. März 2007 (ZENIT.org).- In der deutschen Übersetzung der offiziellen, das heißt lateinischen Fassung des Nachsynodalen Apostolischen Schreibens Benedikts XVI. über die Eucharistie hat sich ein Fehler eingeschlichen.



Der zweite Teil von Sacramentum caritatis („Sakrament der Liebe“) trägt den Titel „Eucharistie, ein Geheimnis, das man feiert“. Es handelt sich um eine Erläuterung des liturgischen Handelns, weist auf jene Teile hin, die einer größeren Vertiefung bedürfen, und bietet einige Hinweise pastoraler Natur.

Der dritte Abschnitt ist der „Ars celebrandi“ (das heißt der Kunst des rechten Zelebrierens) gewidmet. Unter Nr. 39 („Der Bischof, Liturge schlechthin“) legt der Papst die wesentliche Aufgabe der Bischöfe, Priester und Diakone dar, die „die Zelebration als ihre Hauptpflicht betrachten“ sollten; in erster Linie sei der Diözesanbischof davon betroffen, denn er sei „der erste Spender der Geheimnisse Gottes in der ihm anvertrauten Teilkirche“ und so „der Leiter, Förderer und Hüter des gesamten liturgischen Lebens“ (Allgemeine Einführung in das Römische Messbuch, Nr. 22).

Der lateinischen offizielle Text fährt fort: „Quod maximi est momenti pro Ecclesiae particularis vita, non modo quia communio cum Episcopo condicio est ut celebratio illo loco legitima sit, sed etiam quia ipse praecipuus est propriae Ecclesiae liturgus.“

Die fehlerhafte deutsche Übersetzung lautet: „All das ist für das Leben der Teilkirche entscheidend, nicht nur, weil die Gemeinschaft mit dem Bischof die Bedingung für die Gültigkeit jeder Zelebration auf seinem Gebiet ist, sondern auch, weil er selbst der Liturge seiner Kirche schlechthin ist.“

Dieser Absatz ist deswegen falsch, da die Gemeinschaft mit dem Bischof nicht die Bedingung für die „Gültigkeit“, sondern für die „Legitimität“ jeder Zelebration in seiner Diözese ist. Es gibt durchaus Situationen einer nicht legitimen, das heißt unerlaubten Feier, durch die jedoch das Gefeierte (zum Beispiel die Eucharistie, die Priesterweihe usw.) nichts an Gültigkeit verliert.

Es ist zu erwarten, dass dieser Übersetzungsfehler, der nur in der deutschen Version enthalten ist, bald korrigiert wird.