Sakrale Kunstschätze Ausdruck des Glaubens

Neupräsentation der Schatzkammer in den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim

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ROM, 6. August 2012 (ZENIT.org). - Seit dem 22.07.2012 ist in den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim im Museum Zeughaus C5 eine Auswahl des kunst- und kulturgeschichtlichen Sammlungsbestandes unter dem Titel „Sakrale Kunstschätze – Ausdruck des Glaubens“ zu sehen.

Die Ausstellung mit Exponaten christlicher Kunst aus dem 13. bis 19. Jahrhundert sowie Grafiken des 18. und 19. Jahrhunderts ist nach Themenbereichen und stilistischen Gesichtspunkten geordnet. Der Besucher kann sich auf diese Weise einen Überblick über die verschiedenen Kunststile, von der Gotik bis zum Barock, sowie über die christliche Ikonographie anhand der ausgestellten Exponate verschaffen.

Besonderes Highlight der Ausstellung sind die zwei Neuerwerbungen des Museums, die erstmals dem Publikum präsentiert werden. Die gotischen Skulpturen des heiligen Gangolf und des Rochus konnten mit Hilfe des Fördererkreises für die Reiss-Engelhorn-Museen angekauft werden.

Die beiden Skulpturen sind aus Lindenholz gearbeitet. Der heilige Rochus wird auf 1490 datiert und hat eine Höhe von 105 cm. Er ist anhand der am entblößten Oberschenkel zu erkennenden Pestbeule identifizierbar. Die Skulptur des heiligen Gangolf stammt aus dem Umkreis der Werkstatt des Erasmus Grasser und wird auf 1480/90 datiert.

Den Höhepunkt der Neupräsentation stellt der „Rother Altar“ aus dem Jahr 1513, eines der kostbarsten Exponate der Ausstellung, dar. Der Altar, eine Arbeit der Ulmer Schule, stammt aus der Werkstatt von Niklaus Weckmann.

Auf der Retabel sind die Muttergottes mit Kind, der heiligeSebastian, der heilige Johannes sowie die beiden weiblichen Heiligen Katharina und Barbara dargestellt. Auf der Rückseite ist der auferstandene Christus als Weltenherrscher, der von Maria und Johannes sowie den betenden Stiftern begleitet wird, wiedergegeben. Die dargestellten Wundmale weisen auf die Passion und den Kreuztod Jesu hin. Auf der Predella ist das Schweißtuch der Veronika mit dem Antlitz des dornengekrönten Christus, das von Engeln gehalten wird, zu sehen.

Der „Rother Altar“, der ein hervorragendes Beispiel gotischer Schnitz- und Altarkunst ist, behandelt ikonographisch Hauptthemen des christlichen Glaubens. Die „Marien- und Heiligenverehrung“, die „Passion“ und der „Kreuztod“ Jesu sind Themen, die nicht nur am „Rother Altar“ bildlich umgesetzt werden, sondern vielfach im Laufe des Ausstellungsrundgangs behandelt werden, wie zum Beispiel bei der „Kreuzabnahme Christi“, um 1650, einer Kopie nach Eustache Le Sueur (1616 – 1655) oder der „Maria Immaculata“ (Dalberghaus Mannheim), um 1720/30, eines unbekannten Bildhauers.

Die anschauliche Darstellung christlicher Ikonographie und der unterschiedlichen Stile der ausgestellten Exponate bildet einen Schwerpunkt der Ausstellung. Besondere Aufmerksamkeit wird inhaltlich dem Thema der „Reformation und Gegenreformation“ gewidmet. Anhand der Gegenüberstellung der katholischen Jesuitenkirche und der protestantischen Konkordienkirche soll die von der jeweiligen Kirche gewählte Formsprache deutlich und verständlich gemacht werden. Zusätzlich angebrachte Texte informieren den Besucher über die Geschichte der beiden Kirchen bis in die heutige Gegenwart.

Ein separater Teil der Ausstellung, das „Schatzkammer –Kabinett“, ist Wechselausstellungen zugedacht. Hier werden regelmäßig Bestände aus dem grafischen Kabinett der Reiss-Engelhorn-Museen ausgestellt. Den Auftakt macht die Präsentation mit dem Thema „Die druckgrafische Rezeption religiöser Themen von Rembrandt im 18. und 19. Jahrhundert“. Die ausgestellten Radierungen des Künstlers Carl Ernst Christoph Hess (1755 – 1828), wie zum Beispiel die „Kreuzaufrichtung“, sind stark vom Werk Rembrandts beeinflußt.

Die Ausstellung „Sakrale Kunstschätze – Ausdruck des Glaubens“ wird von der Stiftung Christuskirche | Kirche Christi, dem Fördererkreis der Reiss-Engelhorn-Museen und der Curt-Engelhorn-Stiftung gefördert. Die Ausstellung wurde von Dr. Hans-Jürgen Buderer, Andreas Krock M.A. und Camilla Narrog M.A. konzipiert.

Weiterführende Informationen zur Ausstellung „Sakrale Kunstschätze – Ausdruck des Glaubens“ können dieser Seite entnommen werden. [bd]