Sakrament der Ehe – Kraftquelle für den Alltag

Impuls zur Aktion „Nazaret-Gebet“ 2007 der Wiener Berufungspastoral

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WIEN, 5. Juli 2007 (ZENIT.org).- Über das „Geheimnis“ des Sakraments der Ehe geht es im folgenden Beitrag, der dem Rundbrief „Familie – Weg der Kirche“ (04/2000) des Familienreferats der Erzdiözese Salzburg entnommen ist. Er will vor allem jenen Eltern als Denkanstoß dienen, die im Rahmen der Initiative Nazaret-Gebet 2007 der Berufungspastoral der Erzdiözese Wien täglich den „Angelus“ für die Berufung ihrer Kinder beten.



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Das Sakrament der Ehe, die kirchliche Trauung. Ein frommer Brauch mit festlicher Umrahmung, oder mehr? Vielen ist klar, dass es Sakramente gibt, sie können sie vielleicht – vom Religionsunterricht her – noch aufzählen. Aber was sie bedeuten, bleibt zumeist verborgen. Das Sakrament der Ehe beschränkt sich dann eben auf eine feierliche Trauung, ein großes Fest mit vielen Freunden, einen Tag, an den man sich gerne zurückerinnert. Aber es hat mit unserem Leben, mit unserem Alltag nichts zu tun. Man fährt ein in den Hafen der Ehe, und damit hat es sich.

P. Johannes Lechner von der St. Johannesgemeinschaft in Marchegg (NÖ) verdeutlicht das Verständnis des Ehesakramentes, das Paulus ein „großes Geheimnis“ nennt. Im Folgenden Auszüge aus seinem Vortrag:

„Ihr habt schon viel über die Ehe gehört: Euer Mann- und Frausein, das Verlassen, die Vergebung und Versöhnung. Das sind Bereiche, die menschlich erfahrbar sind.

Wenn es um das Sakrament geht, ist das nicht mehr so einfach. Paulus nennt es ‚ein großes Geheimnis‘. Wenn ich euch sehe, müsste ich mich eigentlich hinknien wie nach der Wandlung und sagen: ‚Geheimnis des Glaubens‘. Aber ich sehe es nicht auf den ersten Blick.

Diese Verwandlung kommt nicht von eurer menschlichen Aktivität, sondern von Gott. Es geht darum, den Blick auf das Neue zu richten: die Ehe im Plan Gottes. Was hat er sich dabei gedacht, als er Mann und Frau schuf? Was ist das Neue, das Christus gegeben hat, als er die Ehe zur Würde eines Sakraments erhob?

Ihr werdet vielleicht sagen: So ein Träumer! Ein Idealist! Wo gibt es das in der Realität? Wir müssen uns dem stellen und beides sehen: die Ehe als etwas Wunderschönes, Großes – und die Schwierigkeiten im Alltag, die den Eindruck vermitteln, dass sie nicht lebbar wäre.“