Salesianerpater bezeugt Heilungswunder auf Fürsprache der seligen Mutter Teresa

Ärzte schließen wissenschaftliche Erklärung aus

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GUWAHATI, 3. Oktober 2007 (ZENIT.org).- Zur Heiligsprechung der 1997 verstorbenen und im Oktober 2003 selig gesprochenen Mutter Teresa von Kalkutta fehlte bislang noch die Anerkennung eines zweiten Wunders durch Mediziner und den Vatikan. Das könnte sich jetzt ändern. Der indische Salesianerpater V.M. Thomas hat vor kurzem erklärt, am zehnten Todestag der Gründerin der Missionarinnen der Nächstenliebe eine Heilungserfahrung auf ihre Fürsprache hin erlebt zu haben.



Der 53 Jahre alte Ordensmann betont, dass ein Stein in seiner unteren Harnleiter verschwunden sei, nachdem er Mutter Teresa um ihre Fürsprache gebeten habe. Die Ärzte des Priesters bestätigen, dass dieser Stein von 13 Millimeter Durchmesser einen chirurgischen Eingriff erforderlich gemacht hätte. Aber der Stein sei auf „unerklärliche Weise“ verschwunden, nachdem P. Thoma am 5. September die Heilige Messe zelebriert und zur seligen Teresa gebetet habe.

Der Priester wirkt in indischen Guwahati, 1.960 Kilometer östlich von Neu-Delhi entfernt. Er war mit der seligen Mutter Teresa bis zu ihren Tod im Jahre 1997 eng verbunden.

Erzbischof Thomas Menamparampil von Guwahati gab sein Einverständnis für die Veröffentlichung eines Dossiers durch die katholische indische Nachrichtenagentur UCA. Es enthält einen Brief von P. Thomas mit Kopien seiner medizinischen Unterlagen. Darin erklärt er unter anderem, dass er seit dem 13. Februar unter Schmerzen im Bauchraum gelitten hat.

Erste medizinische Untersuchungen in einem Krankenhaus von Guwahati bestätigten, dass der Geistliche eine Nierenkolik und Nierensteine hatte, und die Ärzte rieten ihm, dafür eine Medizin einzunehmen. Aber die immer wiederkehrenden Schmerzen veranlassten P. Thomas dazu, mindestens vier weitere Krankenhäuser aufzusuchen.

Am 26. Juli rieten ihm die Chirurgen in Guwahati zu einer Operation, aber P. Thomas wollte warten. Am 27. August hatte er einen weiteren Arzttermin, nachdem er von „unerträglichen“ Schmerzen heimgesucht worden war.

Schließlich bekam der Priester am 4. September die Erlaubnis zur Aufnahme in einem Krankenhaus in Guwahati. Tests bestätigten das Vorhandensein eines Steins in der linken Harnleiter, und die Ärzte setzten für den 6. September einen chirurgischen Eingriff an.

Die Vorbereitung für die Operation begannen am Abend des 5. September. Dem Patienten wurden Medikamente verabreicht; und sein Unterleib wurde als Routinevorbereitung für den Eingriff enthaart. Am Nachmittag des 6. September, als eine Röntgenaufnahme für die Operation gemacht wurde, konnten die Ärzte den Stein plötzlich nicht mehr lokalisieren. Eine Wiederholung der Röntgenaufnahme blieb ebenfalls negativ.

Der „verwirrte“ Chefchirurg beauftragte daraufhin den gleichen Radiologen, der am 4. September die Tests durchgeführt hatte, mit der Durchführung des Ultraschalls, aber auch dieser fiel nachgewiesenermaßen negativ aus.

Dem Chirurg bestätigte schließlich nach den Aufzeichnungen des Priesters: „Das Verschwinden des Steines übersteigt jede medizinische Erklärung.“

P. Thomas selbst ist davon überzeugt, dass ihm der Stein auf wundersame Weise während der Heiligen Messe in „Shishu Bhavan“, einem Haus für Straßenkinder, das die selige Mutter Teresa aufgebaut hatte, entfernt wurde. Der Priester hatte zur Feier der Eucharistie das Krankenhaus kurzzeitig verlassen. Er nutzte die Gelegenheit auch, um auf die Fürbitte von Mutter Teresa für einen erfolgreichen Eingriff und eine schnelle Genesung zu beten, schreibt er. „Mir war das wichtig, und ich bat inständig darum, aufgrund meiner sehr engen Verbundenheit mit Mutter Teresa von 1979 bis 1997.“

Eine Krankenschwester hatte dem Priester ursprünglich die Erlaubnis verweigert, sein Bett zu verlassen, aber schließlich habe ihm der Arzt am 5. September einen 30-Minuten-Urlaub vom Krankenhaus erlaubt. Er kam also nach Shishu Bhavan, feierte die Heilige Messe und bat die Nonnen und alle anderen, für ihn auf Fürsprache der seligen Mutter Teresa von Kalkutta zu beten.

Subhash Khanna, der Chirurg, der den Priester behandelte, erklärte in seiner Zusammenfassung, dass P. Thomas für drei Monate bei ihm in Behandlung war. Bei ihm wurden ein Stein in der unteren Harnleiter, Diabetes und Bluthochdruck diagnostiziert. Der Chirurg hielt des Weiteren fest, dass der Priester am 5. September nach „Shishu Bhavan“ ging, um den Gedenktag der seligen Mutter Teresas zu begehen. Nach seiner Rückkehr habe sein Patient von einem Wohlgefühl gesprochen und konnte friedlich schlafen, berichtete Dr. Khanna.

Wiederholte Untersuchungen vor der geplanten Operation am Nachmittag überraschten die Ärzte, weil „der Stein nicht mehr in der Harnleiter war“ und auch nicht im Urin abgeführt worden sei, bestätigte der Facharzt.

In der Zusammenfassung, die der Chirurg am 11. September unterzeichnete, heißt es unter anderem: „Es schien in der Tat wie ein Wunder und ein einzigartiges Ereignis, als der Stein, der nicht mit medizinischen Mitteln aufgelöst werden konnte, gerade an diesem besonderen Tag verschwand.“

Vor kurzem bekräftigte der Postulator des Heiligsprechungsprozesses von Mutter Teresa, Pater Brian Kolodiejchuk, gegenüber ZENIT (vgl. Das innere Leben Mutter Teresas): „Wir brauchen noch ein weiteres Wunder. Wir haben einige geprüft, aber keines war eindeutig genug. Wir haben eines für die Seligsprechung, aber wir warten auf das zweite.“ Vielleicht ist die aus medizinischer Sicht unerklärbare Heilung von P. Thomas die Antwort auf seine Worte.