Sant'Egidio organisiert Tagung: Menschenrecht Religionsfreiheit

Im Hauptvortrag erinnert Andrea Riccardi an die neuen Märtyrer als Zeugen der Hoffnung

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Von Andrea Riccardi

MÜNCHEN, 19. November 2012 (ZENIT.org/GSE). ‑ In mindestens 50 von etwa 200 Staaten der Welt werden tagtäglich Kirchen und Gebetshäuser zerstört, Menschen aufgrund ihres Glaubens verfolgt, bedrängt und sogar mit dem Tode bedroht. Immer wieder kommt es zur Diskriminierung von Christen und anderen religiösen Minderheiten, durch die in unseren Tag zahlreiche Menschen ums Leben kommen.

Um die Situation dieser Menschen zu verbessern, bedarf es allem voran eines fundierten Wissens über die konkrete Lage vor Ort. Gemeinsam mit der Gemeinschaft Sant’Egidio hat die Hanns-Seidel-Stiftung deshalb bei der Tagung „Menschenrecht Religionsfreiheit“ am 5. und 6. November 2012 exemplarisch religiöse Minderheiten in verschiedenen Weltteilen in den Blick genommen.

Im Festvortrag der Tagung erinnerte Andrea Riccardi, der Gründer der Gemeinschaft Sant’Egidio und italienischer Minister für Internationale Zusammenarbeit und Integration, in einem bis auf den letzten Platz gefüllten Festsaal an das Glaubenszeugnis der Christen in Zeiten von Verfolgung und Unterdrückung im 20. und 21. Jahrhundert. Er erinnerte an zahlreiche Beispiele von Glaubenszeugen in unterschiedlichen Ländern und aus verschiedenen Konfessionen als einem Phänomen, das die Kraft eines Christentums offenbare, das nicht mit Gewalt, sondern mit Liebe und Güte auf das Böse antworte und somit ein Zeugnis für die Stärke der christlichen Botschaftgebe, die besonders auch die Christen in der reichen Welt beunruhigen und zu Solidarität und Nächstenliebe aufrufenmüsse.

Der Wortlaut des Kommuniqués der internationalen Konferenz „Menschenrecht Religionsfreiheit" der Hanns-Seidel-Stiftung und der Gemeinschaft Sant’Egidio am 5./6. November 2012:

„Die Verfolgung und Diskriminierung von Christen und anderen religiösen Minderheiten nehmen beständig zu. Täglich erleben wir unerhörte Gewalt, die für das Gewissen unerträglich ist. In mindestens 50 Staaten der Erde werden Menschen täglich aufgrund ihres Glaubens verfolgt, mit dem Tod bedroht und teilweise sogar umgebracht. Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte definiert Religionsfreiheit zwar als Menschenrecht. Insbesondere für die Angehörigen religiöser Minderheiten sieht die Realität weltweit jedoch oft anders aus. Solche Verletzungen des Menschenrechts Religionsfreiheit sind inakzeptabel. Sie zerstören alle Grundlagen des Zusammenlebens und fordern ein entschlossenes Handeln. Interreligiöser Dialog und das deutliche Eintreten für Religionsfreiheit als universales und unveräußerliches Recht sind zwei Grundpfeiler für den weltweiten Aufbau des friedlichen Zusammenlebens von Anhängern unterschiedlicher Religionen. Die Hanns-Seidel-Stiftung und die Gemeinschaft Sant’Egidio wenden sich mit einem Appell an die Regierungen, die Abgeordneten, die Kirchen und religiösen Gemeinschaften sowie die Nichtregierungsorganisationen Europas, damit das Thema der Religionsfreiheit auf die Tagesordnung der politischen und zivilen Debatten in Europa gesetzt wird.“