„Santo subito“ : Dokumentation für Seligsprechungsprozess Johannes Pauls II. beinahe fertig

Ein Wunder auf die Fürsprache von Johannes Paul II. ist noch nötig

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ROM, 1. April 2008 (ZENIT.org).- Der Bericht, in dem die heroischen Tugenden von Papst Johannes Paul II. dokumentiert werden, ist beinahe fertig. Das hat der Postulator für diesen Seligsprechungsprozess jetzt bestätigt.

Der Bericht, auch Positio genannt, ist einer der notwendigen und endgültigen Schritte für die Seligsprechung von Karol Wojtyla. Morgen wird die Kirche seinen dritten Todestag begehen. Schon jetzt hat der Vatikan das außerordentliche Leben und Wirken dieses Papstes auf einer besonderen Webseite für Johannes Paul II. dokumentiert. Dort kann man die Etappen seiner Lebensgeschichte verfolgen, Dokumente und Schriften einsehen und eine umfangreiche Fotosammlung betrachten.

Postulator Msgr. Slawomir Oder erklärte mit Blick auf den dritten Jahrestag des Heimgangs von Johannes Paul II. gegenüber Radio Vatikan: „In den letzten Tagen habe ich einen fast endgültigen Entwurf der Positio abgegeben, jenes Berichts, in dem alle Dokumente über das Pontifikat auf systematische und organische Weise dargestellt werden. Es handelt sich um rund 2000 Seiten, die noch einen kleinen abschließenden Feinschliff technisch-redaktioneller Art benötigen, wobei man aber sagen kann, dass die Fassung im Großen und Ganzen schon fertig ist.“

Der Priester berichtete, dass es nun dem Relator des Prozesses von der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, dem Dominikanerpater Daniel Ols obliege, „nach Prüfung der Materialsammlung seine Zustimmung für eine offizielle Präsentation zu geben“. Im Augenblick sei es zu früh, um ein endgültiges Datum für die endgültige Übergabe festzulegen“.

Kardinal José Saraiva Martíns, Präfekt des genannten Dikasteriums, hatte am 25. März gegenüber Radio Vatikan erklärt: „Ich kann garantieren, dass wir sofort nach Erhalt der Positio unverzüglich und ohne Aufschub mit ihrem Studium beginnen werden, denn unser Dikasterium hegt eindeutig den Wunsch, Johannes Paul II. so bald wie möglich zu den Ehren der Altären zu erheben.“ Man sollte den direkten Vorgänger Benedikts XVI. schon bald als „Seligen“ anrufen können, so der Purpurträger.

Hält die Positio der genauen historischen und theologischen Prüfung stand, wird Johannes Paul II. dem jetzigen Papst Benedikt XVI. als ein Kandidat zur Seliggsprechung vorgeschlagen.

Eine Seligsprechung erfolgt durch den Papst. Auf Wunsch und im Namen Benedikts XVI. werden die Seligsprechungszeremonien in diesem Pontifikat aber wieder durch den Präfekten der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechung vorgenommen, und zwar direkt in der Heimatdiözese des Betroffenen.

Nach einer Seligsprechung, für die die Anerkennung eines Wunders auf die Fürsprache des jeweiligen Kandidaten Voraussetzung ist, darf der Betroffene öffentlich verehrt werden. Und nach einer Heiligsprechung dürfen dann auch Kirchen nach dem jeweiligen beispielhaften Diener Gottes benannt werden.