Saturninus (Sernin) (3. Jahrhundert)

Erster Bischof von Toulouse

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 283 klicks

Saturninus zählt in Frankreich und in Spanien zu den bekanntesten Heiligen. Dennoch ist nur sehr wenig über seine Lebensgeschichte bekannt. Seine Herkunft wird in Afrika, im Römischen Reich oder auch in Griechenland vermutet, wobei sein Name eher auf römische Wurzeln schließen lässt. Man nimmt an, dass Sernin von Papst Fabian (236-250) damit beauftragt worden sei, als Missionar durch Gallien reisend die Menschen zum christlichen Glauben zu bekehren. Seine Reise führte Sernin schließlich nach Toulouse, wo er als erster das Amt des Bischofs bekleidete. Toulouse, „Tolosa“, ist die älteste katholische Gemeinde Galliens.

Sernin starb am 29. November 250 den Märtyrertod. Die Legende berichtet, er sei von einem wütenden Stier zu Tode geschleift worden. Zuvor hatte sich Sernin geweigert, an einer heidnischen Opferfeier teilzunehmen und dem Christentum abzuschwören. Deshalb wurde der Heilige zur Strafe an den Opferstier gebunden, der außer Kontrolle geriet und für Sernin den Tod bedeutete.

Er wurde an der Stelle bestattet, wo in späterer Zeit die heutige Kirche Notre-Dame-du-Taur errichtet wurde. Seine Reliquien wurden bereits um 400 in die Apsis der Basilika St.-Sernin-de-Toulouse überführt, deren Bau Ende des 4. Jahrhunderts zu Ehren des Märtyrers Sernin begonnen worden war. Von diesem ursprünglichen Bau ist nichts erhalten; die heutige Basilika stammt aus dem 14. Jahrhundert. Im Jahr 1284 wurde über dem Sarkophag mit den Reliquien des Heiligen ein Baldachin aufgestellt; im 18. Jahrhundert wurde dieser durch den Baldachin ersetzt, der auch heute noch den Sarkophag des heiligen Sernin überfängt.