Saul, Saul, warum verfolgst du mich?

Die Bekehrung des Saulus (25. Januar)

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ROM, 25. Januar 2012 (ZENIT.org). - Lukas berichtet in der Apostelgeschichte (9,1- 25) über die Bekehrung des Saulus vom unerbittlichen Christenverfolger zum Christen und Völkerapostel.

Die Bekehrung muss sich um das Jahr 35/36 oder 33/34 auf dem Weg nach Damaskus zugetragen haben. Saulus hatte zuvor Briefe an die Synagogen in Damaskus versendet, um die sich dort befindlichen Christen nach Jerusalem bringen zu können. Er machte sich deshalb auf nach Damaskus. Doch auf der Reise kam es zu einem Zwischenfall.

Diese Episode ist auf ganz besonders eindrucksvolle Weise von Caravaggio in der für die  Cappella Cerasi in Santa Maria del Popolo bestimmte Tafel (1601) malerisch umgesetzt worden.

Auf dem Weg nach Damaskus wird Saulus durch ein so helles Licht geblendet, so dass er von seinem Pferd stürzt. Man sieht Saulus rücklings und hilflos auf dem Boden liegen, die Arme hat er weit ausgebreitet. Sein ganzer Körper ist  gleißendem Licht  ausgesetzt. Das vor ihm stehende Pferd wird zu seinem Schutz weggeführt.

Saulus hat folgendes Zwiegespräch mit dem Herrn: „Saul, Saul, warum verfolgst du mich?“ Er antwortet: „Wer bist du, Herr?“ Dieser antwortet: „Ich bin Jesus, den du verfolgst. Steh auf und geh in die Stadt; dort wird dir gesagt werden, was du tun sollst.“

Im Gegensatz zu Saulus vernahmen seine Begleiter zwar die Stimme, sahen aber niemanden. Als er sich erheben wollte, stellte er fest, dass er sein Augenlicht verloren hatte. Deshalb mussten ihm seine Begleiter auf der Reise nach Damaskus beistehen. Am Zielort angekommen, nahm Saulus drei Tage keinerlei Nahrung und Getränk zu sich und er blieb blind.

In einer Vision hatte er aber gesehen, wie ein Jünger namens Hananias zu ihm kommen, ihm die Hände auflegen und ihn heilen sollte.

So geschah es; der Herr beauftragte den zunächst zweifelnden Hananias mit der Heilung. Alle wussten nämlich von der Unerbittlichkeit und Grausamkeit des Saulus, der der Steinigung des Stephanus beigewohnt hatte.

Doch der Herr sprach: „Geh nur! Denn dieser Mann ist mein auserwähltes Werkzeug: Er soll meinen Namen vor Völker und Könige und die Söhne Israels tragen.“ So ging Hananias zu Saulus und heilte ihn.

Bei der Heilung des Saulus handelt es sich nicht um eine rein physische Genesung. Saulus wird sehend und lässt sich taufen. Er wird zum Missionar und Märtyrer des christlichen Glaubens. Die  Bekehrung des Saulus besteht deshalb nicht in dem einschneidenden Erlebnis auf der Reise nach Damaskus, sondern in seinem Entschluss, sein Leben in den Dienst des Herrn zu stellen.  

Nach Clemens von Rom findet Paulus durch Enthauptung den Märtyrertod in Rom. Sein Grab befindet sich unter der Basilika San Paolo fuori le Mura.

Von Britta Dörre