Saul, Saul, warum verfolgst du mich?

Die Bekehrung des Saulus

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 1427 klicks

In der Apostelgeschichte (9,1- 25) berichtet uns Lukas über die Bekehrung des Saulus: der unbarmherzige Christenverfolger wird Christ und zum Völkerapostel Paulus.

Die Bekehrung des Saulus zum Paulus ereignete sich auf dem Weg nach Damaskus. Dort wollte er Christen in seinen Gewahrsam nehmen und sie nach Jerusalem bringen. Während der Reise jedoch ereignete sich ein unvorhergesehener Zwischenfall.

Saulus wurde durch ein unerklärlich helles Licht geblendet, so dass er von seinem Pferd stürzte und die Reise abbrechen mußte. Anschaulich erzählt das Fresko Michelangelos in der Cappella Paolina im Vatikanischen Palast aus dem Jahr 1542 die in der Apostelgeschichte geschilderte Begebenheit. Saulus liegt am Boden und versucht, seine Augen vor dem gleißenden Licht zu schützen. Einer seiner Begleiter ist zum ihm geeilt und greift mit seinen Händen den Oberkörper des Saulus, um den hilflos am Boden liegenden zu stabilisieren. Ein im Hintergrund sichtbarer Begleiter eilt dem scheuenden Pferd des Saulus hinterher und kann es gerade noch am Zaumzeug fassen. Die übrigen Männer sind durch das Licht erschreckt, stehen starr oder versuchen, orientierungslos dem Geschehen zu entfliehen. Oberhalb von Saulus ist im Himmel der Herr von hellem Licht umgeben dargestellt. Er sendet mit der rechten Hand den den Saulus treffenden Lichtstrahl aus, dessen Farbe sich von einem gelblichen Ton zu einem gleißenden Weiß verändert, je näher er Saulus kommt.

Wie Lukas berichtet, sprach der Herr zu Saulus: „Saul, Saul, warum verfolgst du mich? Er antwortete: Wer bist du, Herr? Dieser sagte: Ich bin Jesus, den du verfolgst. Steh auf und geh in die Stadt; dort wird dir gesagt werden, was du tun sollst.“

Saulus hörte die Stimme nicht, nur seine Begleiter vernahmen die Worte des Herrn, konnten aber niemanden sehen. Die Blindheit des Saulus blieb, und er bedurfte bei der Weiterreise der Hilfe seiner Mitreisenden. Als sie endlich in Damaskus ankamen, verwehrte Saulus drei Tage lang jegliche Nahrung und jegliches Getränk.

Der Herr sandte aber – wie es Saulus in einer Vision gesehen hatte - den Jünger Hananias zu Saulus, damit er seine Hände auf die erblindeten Auge lege und Saulus heile. Hananias hatte zunächst große Bedenken, da ihm Saulus als unerbittlicher und grausamer Christenverfolger bekannt war, der der Steinigung des Stefanus beigewohnt hatte. Doch der Herr beschwichtigte Hananias, der sich schließlich zu Saulus aufmachte und ihn heilte.

„In der Geschichte dieses außergewöhnlichen Glaubensverkündigers wird klar, dass diese Verwandlung nicht das Ergebnis eines langen inneren Nachdenkens und nicht einmal Frucht eines persönlichen Bemühens war. Sie ist vor allem Werk der Gnade Gottes, der gemäß seinen unerforschlichen Wegen gehandelt hat. … In Christus vereint sind wir dazu aufgerufen, unseren Sendungsauftrag miteinander zu teilen, nämlich dorthin Hoffnung zu bringen, wo Ungerechtigkeit, Hass und Verzweiflung herrschen“, wie Papst Benedikt XVI. in der ökumenischen Vesper zum Abschluß der Weltgebetswoche am 25. Januar 2012 erklärte.