Scalabrini-Fest in Stuttgart

Teilnahme von mehr als 250 Jugendlichen, Erwachsenen und Kindern aus 33 Nationen

Stuttgart, (ZENIT.org) | 336 klicks

„Auf den Wegen des Exodus für den Frieden“: der Beitrag der Scalabrini-Familie unter Migranten und Flüchtlingen Die heutige weltweite geopolitische Entwicklung kann wie z.B. im Mittleren Orient Instabilität und blutige Konflikte, oder das Drama erzwungener Migration auslösen. Schnelle Veränderungen im gesellschaftlichen, kulturellen und kirchlichen Alltagsleben machen in vielen Christen ganz verschiedener Nationalitäten das Bedürfnis stark, sich zu begegnen, um miteinander vom Wort Gottes her das Licht zu empfangen, um die Situation besser verstehen und ganz konkrete Gemeinschaftserfahrungen machen zu können. Mehr als 250 Jugendliche, Erwachsene und Kinder aus 33 unterschiedlichen Nationen haben vom 4.-6. Oktober am Scalabrini-Fest der Früchte 2013 in Stuttgart im „Centro di Spiritualità“ der Scalabrini-Missionare teilgenommen, das in Zusammenarbeit mit dem Scalabrini-Säkularinstitut organisiert wurde.

P. Beniamino Rossi, Scalabrini-Missionar und Vorsitzender der Scalabrinianischen Agentur für Entwicklungszusammenarbeit, gab kostbare Impulse zum Thema: „Auf den Wegen des Exodus für den Frieden, zu dem wir berufen sind (vgl. Kol 3,15)“. In anschließenden Gesprächsgruppen hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmeri die Möglichkeit, diese Impulse zu vertiefen. P. Rossi, der sich auf den bekannten Soziologen Zygmunt Bauman und auf die den missionarischen Einsatz der Scalabrini-Familie unter Migranten und Flüchtlingen prägende „Spiritualität des Exodus“ bezog, wies auf einige gangbare Wege hin, um zu einer Zukunft des Friedens beizutragen. Die Globalisierung, die heutige „flüchtige Gesellschaft“ haben unsere Umgebung verändert: Die Welt ist ein Dorf und das Dorf ist eine Welt geworden. Auch auf Grund der Migration ist das soziale Netz geprägt vom „Vermischen“ der Sprachen, Kulturen und Religionen.

Dies verlangt nach einem enormen kulturellen und spirituellen Exodus, der eine radikale Perspektivenänderung bedeutet: von einer nationalistischen Kultur hin zur Weltkultur, vom Kult der Identität zur Kultur der gegenseitigen Annahme, vom Mythos des Konflikts zwischen den Kulturen zur Begegnung der Kulturen, von einer expansionistischen Vision der Religionen zu einer Vision des Dialogs zwischen den Religionen. Der neue Name für Friede ist Miteinander, empathischer Dialog und die Annahme von Verschiedenheit. Dieser Exodus ist möglich in der Nachfolge Jesu, der uns das wahre Gesicht Gottes gezeigt hat, das Gesicht einer Vater-Mutter-Liebe, die den ersten Schritt macht und uns schon entgegenkommt.

Unsere Nachfolge realisiert sich durch alltägliche Schritte des Exodus auf die anderen zu im Eingehen auf die einzige und persönliche Berufung Gottes zur Liebe, und dies den unterschiedlichen Lebensformen entsprechend, wie in den Gesprächsgruppen und während der Eucharistiefeier zum Ausdruck kam. Die Hl. Messe wurde von zwei Scalabrini-Missionaren: P. Gabriel Bortolamai, Leiter des Centro di Spiritualità in Stuttgart, und P. Tobias Kessler, Verantwortlicher für den Bereich Migration im Institut für Weltkirche und Mission der Universität Sankt Georgen in Frankfurt gefeiert und war mit ein Höhepunkt des Scalabrini-Festes, bei dem Regina Maria Rosales Medina, eine junge Mexikanerin, ihre Gelübde der Armut, der Ehelosigkeit und des Gehorsams im Scalabrini-Säkularinstitut ablegte.

Luisa Deponti