Schätze sammeln, die unser Herz retten

Papstpredigt über die Bitte zu Gott um die Gnade eines Herzens, das lieben kann

Vatikanstadt, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 491 klicks

Der Hauptgegenstand der heutigen Predigt von Papst Franziskus war die Bitte zu Gott um die Gnade eines Herzens, das lieben kann und sich nicht durch unnötige Dinge vom Weg abbringen lässt.

An der Messe nahmen neben Kardinal Francesco Coccopalmerio, Bischof Juan Ignacio Arrieta und José Aparecido Gonzalves de Almeida, Präsident, Sekretär und Untersekretär des Päpstlichen Rats für legislative Texte, und einigen ihrer Mitarbeiter einige Angestellte der „Domus Sanctae Marthae“ teil.

Der einzige Schatz, den man mit sich tragen könne wie das Leben selbst, sei der Grund, ein Christ zu sein, so der Papst in der heutigen Predigt. Er bezog sich dabei auf die Lesung nach Matthäus, in der Jesus seinen Jüngern sagt: Wo dein Schatz ist, ist auch dein Herz. Das Problem, erklärte der Pontifex, bestehe darin, die Reichtümer nicht durcheinander zu bringen. Es gebe Schätze, die uns verführten, die aber besser beiseite gelassen werden sollten. Aber es gebe auch Schätze, die wir über den Tod hinaus mit uns nehmen könnten, einen Schatz, den uns niemand nehmen könne, nicht der, den wir uns angesammelt, sondern was wir den anderen gegeben hätten.

„Den Schatz, den wir den anderen gegeben haben, den nehmen wir mit. Und das wird unser Verdienst sein – in Anführungszeichen, denn es ist der Verdienst Jesu Christi, der in uns ist! Und den müssen wir mitnehmen. Das ist der Schatz, den der Herr uns tragen lässt. Liebe, Barmherzigkeit, Dienst, Geduld, Güte, Zärtlichkeit: das alles sind wunderbare Schätze: die nehman wir mit. Die anderen nicht.“

„Der Herr hat uns unruhig geschaffen, damit wir ihn suchen, ihn finden, um zu wachsen. Aber wenn unser Schatz nicht dem Herrn nahe ist, nicht beim Herrn ist, wird unser Herz unruhig wegen Dingen, die nicht funktionieren. Um das zu haben, um dahin zu kommen, ermüdet unser Herz; nie hat es genug: Es ist müde, es wird bequem, es wird ein Herz ohne Liebe. Die Müdigkeit des Herzens. Denken wir daran. Was habe ich: ein müdes Herz, das sich nur in Ordnung bringen will, drei, vier Sachen, ein gutes Konto auf der Bank, dies, das? Oder ein unruhiges Herz, das immer genau die Dinge sucht, die es nicht haben kann, die Dinge des Herrn? Diese Unruhe des Herzens muss immer gepflegt werden.“

An diesem Punkt nehme Christus das Auge zu Hilfe, so der Papst weiter, das das Symbol der Intention des Herzens und auf den Körper darstelle. Ein Herz, das liebe, bringe den Körper zum Leuchten; ein böses Herz hingegen lasse ihn dunkel erscheinen. Von dem Kontrast von hell und dunkel hänge unsere Beurteilung der Umwelt ab, so der Pontifex. In seinem Abschlussgebet bat er um die Gnade eines neuen Herzens:

„All diese Stücke von Herzen aus Stein, möge der Herr sie menschlich werden lassen, mit dieser Unruhe, dieser positiven Sorge, voranzuschreiten, ihn zu suchen und uns von ihm finden zu lassen. Möge der Herr uns das Herz verändern! Und uns so retten. Möge er uns vor den Schätzen bewahren, die sich uns in der Begegnung mit ihm in den Weg stellen. Möge er uns das Licht geben, den wahren Schatz zu erkennen: seine Wahrheit. Der Herr möge uns das Herz verändern, um den wahren Schatz zu finden, und möge uns so zu leuchtenden Menschen werden lassen und nicht zu Menschen der Finsternis.“