Schauspieler Eduardo Verástegui über seine Bekehrung und seine Pläne mit „Metanoia Films“

Interview mit dem Produzenten des preisgekrönten Films „Bella“

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ROM, 12. Juni 2008 (ZENIT.org).- „Ich habe gemerkt, dass ich völlig leer war.“ Der berühmte mexikanische Schauspieler und Produzent Eduardo Verástegui erlebte nach den Dreharbeiten für einen Hollywoodfilm eine starke Bekehrung zum katholischen Glauben.

Verástegui stammt ursprünglich aus Xicoténcatl, einer kleinen Stadt im nordmexikanischen Bundesstaat Tamaulipas. Seit sieben Jahren lebt er nun schon in Los Angeles, Kalifornien, USA.

Verástegui ist einer der Darsteller in dem Film „Bella", der die Würde des menschlichen Lebens aufzeigt. Er wurde zum Gewinner des „Toronto Film Festival" gekürt und als bester Film mit dem lateinamerikanischen Preis des „Latino-Smithsonian Center“ prämiert. Dafür wurde er auf mehreren renommierten Filmfestivals in Europa und Amerika vorgestellt.

Der erfolgreiche Schauspieler hat ZENIT in Rom erzählt, was für Kämpfe er durchzustehen hatte und wie der Glaube sein Leben veränderte:

ZENIT: Wie kam es zu Ihrer Bekehrung?

Eduardo Verástegui: Nach zehn Jahren des Erfolgs merkte ich, dass mir etwas fehlte, aber ich wusste nicht, was. Ich fühlte mich wie in einem Labyrinth ohne Ausgang… Ich wollte hinaus, wusste aber nicht, wo der Ausgang war… Ich fühlte mich leer.

Sehr oft in unserer Gesellschaft, wenn man nicht bis ganz nach oben kommt, nicht bedeutsam ist, keine Anerkennung erhält und keinen Erfolg hat, gilt man als gescheitert. Das, von dem ich dachte, dass es mich glücklich machen und mir Frieden geben würde, dass es mich zu einem ganzen und erfüllten Menschen machen würde, stellte sich als Lüge heraus. Ich war also einer Lüge gefolgt.

Und genau da entstand mein Wunsch und meine Überzeugung, anderes Kino zu machen, Kino, das das negative Bild der Latinos, das Hollywood schon seit 40 Jahren bis heute transportiert hat, korrigiert. Und ich habe Gott versprochen, niemals wieder bei einem Filmprojekt mitzumachen, das meinen Glauben, meine Familie oder mein lateinamerikanisches Volk beleidigt.

ZENIT: Wie wurden Sie zum Produzenten von „Metanoia Films" (http://www.bellamoviesite.com)?

Eduardo Verástegui: Die Gründung eines Unternehmens in der Filmindustrie namens „Metanoia Films" hat das Ziel, Filme zu produzieren, die das Potenzial haben, nicht nur der Unterhaltung des Publikums zu dienen, sondern auch einen entscheidenden gesellschaftlichen Beitrag zu leisten, weil sie die Würde des Menschen klarstellen, heilen und respektieren - Filme also, die die Herzen des Publikums berühren und den Geist des Publikums hin zum Guten, Schönen und Wahren, dem Wunderbaren erheben.

Ich habe der Firma, die wir mit einigen Freunden gegründet haben, den Namen „Metanoia Films“ gegeben, denn das ist es ja, was ich selbst erfahren habe: eine Metanoia. Das Wort „Metanoia“ bedeutet auf Griechisch „Umwandlung“.

ZENIT: Wie wirkte sich das auf Ihren Bekehrungsprozess aus?

Eduardo Verástegui: Ich kam an einen gewissen Punkt, da ging es mir durch den Kopf, von Hollywood wegzugehen. Ich wollte als Missionar für zwei Jahre in den Dschungel gehen, zum Amazonas, wollte den Armen helfen, als Missionar arbeiten, um zu erkennen, was Gott von mir und mit meinem Leben will.

Von einem priesterlichen Freund, P. Juan Rivas, bekam ich den Rat, nicht zu gehen, denn diese beiden Jahre, die ich als Missionar im Dschungel des Amazonasgebietes leben wollte, könnte ich auch in Hollywood leben. Denn, so sagte er mir, auch Hollywood sei ein Dschungel.

Die erste Frucht dieses Engagements und dieses Versprechen, das ich dann abgelegt habe, heißt: „Bella".

ZENIT: Welche Rolle spielt die Jungfrau Maria in Ihrem persönlichen und beruflichen Leben?

Eduardo Verástegui: Es fehlen mir die Worte, um die Größe der Jungfrau Maria zu beschreiben. Sie ist meine Mutter,die schönste aller Frauen, meine liebe Mama, mein Alles, meine Führerin, meine Mutter.

[Das Interview führte Claudia Soberón; Übersetzung aus dem Spanischen von Angela Reddemann und Sandra Kladler. H2onews.org veröffentlichte einen Video-Mitschnitt des Interviews]