"Schaut mit Vertrauen voran!"

Ansprache des Papstes im Krankenhaus "São Francisco de Assis na Providência V.O.T."

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 374 klicks

Gestern, am 24. Juli 2013, sah das Programm von Papst Franziskus den Besuch des Krankenhauses São Francisco de Assis na Providência – V.O.T. in Rio de Janeiro vor. In dem Krankenhaus werden an Drogensucht erkrankte Menschen behandelt.

Der Papst begann seine Ansprache nach den üblichen Begrüßungsworten, die er an die anwesenden Autoritäten, Ordensmitglieder, Krankenhausmitarbeiter, jungen Menschen und ihre Familienangehörigen richtete, mit den Worten, dass Gott ihn nach dem Besuch des Marienheiligtums „Unserer lieben Frau von Aparacida“ nun zu einem „Heiligtum menschlichen Leidens“ geführt habe, nämlich zum Krankenhaus des heiligen Franziskus von Assisi.

Franziskus von Assisi, Patron des Krankenhauses, habe eine Bekehrung vollzogen. Den weltlichen Gütern, den falschen Idolen habe er entsagt und stattdessen den wahren Reichtum gesucht und gefunden: Christus. Zu dem Geisteswandel sei Franziskus gekommen, als er einen Leprakranken umarmt habe. Dieser sei „Mittler des Lichts“ für Franziskus gewesen, weil in jedem Mitmenschen, der sich in Schwierigkeiten befinde, der leidende Christus sei. Die Geschichte von der Bekehrung des heiligen Franziskus bezog Papst Franziskus auf die Anwesenden: „Heute, an diesem Ort des Kampfes gegen die Drogenabhängigkeit, möchte ich jeden von euch umarmen, die ihr das Fleisch Christi seid, und ich möchte darum bitten, dass Gott euren Weg mit einem Sinn und fester Hoffnung füllt, und auch meinen.“

Papst Franziskus sprach offen die Probleme des Drogenhandels und ihrer Opfer an. „Es gibt viele Situationen in Brasilien, die der Aufmerksamkeit, Sorge und Liebe bedürfen, wie der Kampf gegen die Drogenabhängigkeit. Oft hingegen herrscht in unserer Gesellschaft der Egoismus vor.“ Papst Franziskus beklagte die Vielzahl der „Händler des Todes“, die Macht und Geld zu jedem Preis suchten. Die „Plage des Drogenhandels“, der Gewalt, Schmerz und Tod säe, erfordere den Mut der gesamten Gesellschaft. Die Freigabe von Drogen führe nicht zu einer Verbesserung. Er forderte stattdessen: „Es ist notwendig, die Probleme anzugehen, die hinter dem Drogenkonsum stehen, indem man mehr Gerechtigkeit fördert, den jungen Menschen Werte vermittelt, auf denen das Gemeinwohl basiert, indem man den begleitet, der sich in Schwierigkeiten befindet und Hoffnung für die Zukunft schenkt. Wir alle müssen den Nächsten mit den Augen der Liebe Christi anschauen, lernen den zu umarmen, der es braucht, um Nähe, Zuneigung und Liebe auszudrücken.“

Papst Franziskus betonte: „Aber Umarmen ist nicht ausreichend. Geben wir dem eine Hand, der in Schwierigkeiten ist, der in das Dunkel der Abhängigkeit gefallen ist, vielleicht ohne zu wissen wie, und sagen wir ihm: Du kannst wieder aufstehen, du kannst wieder gehen; es ist anstrengend, aber möglich, wenn du es willst.“ Der Papst erklärte, diese Worte nicht nur an die Anwesenden zu richten, sondern gerade auch an diejenigen, die nicht den Mut gefasst hätten, diesen schwierigen und langen Weg zu beschreiten. Er ermutigte deshalb alle mit den Worten, zum „Protagonisten des Aufstiegs“ zu werden, das Schicksal in die Hand zu nehmen. Dann finde man jemanden, der helfe, den Aufstieg aber könne einem niemand abnehmen. Ermutigend fügte Papst Franziskus hinzu: „Aber ihr seid nie allein! Die Kirche und viele Personen sind bei euch! Schaut mit Vertrauen voran, euer Weg ist lang und anstrengend, aber schaut voran!“ Die Hoffnung sei grundlegend, man dürfe sie sich weder rauben lassen noch sie rauben. „Lasst uns alle zu Trägern der Hoffnung werden!“

Ein großes Problem, wie der Papst anschließend ausführte, sei die Gleichgültigkeit vieler Menschen gegenüber ihren Mitmenschen. Papst Franziskus erläuterte das Problem anhand der Parabel des Guten Samariters, der als einziger anhält, um einem Verletzten, einem Unbekannten, zu helfen. „Wir oft sagen wir: Das ist nicht mein Problem! Wie oft schauen wir weg und tun so, als sähen wir nichts!“ Das Krankenhaus des heiligen Franziskus von Assisi sei hingegen ein Beispiel des „Guten Samariters“. Hier herrschten Aufmerksamkeit und Liebe. Hier lerne man, „sich niederzuknien vor dem, der sich in Not befindet, weil man in ihm das Gesicht Christi erblickt, weil in ihm das Fleisch Christi ist, das leidet.“

Papst Franziskus dankte den Krankenhaus-Mitarbeiterinnen für ihre Arbeit und ermahnte sie, diese immer mit Liebe zu verrichten; es sei ein Dienst an Christus.

Abschließend richtete Papst Franziskus das Wort an die Drogenabhängigen und ihre Familienangehörigen und ermutigte sie, die Kirche sei immer bei ihnen und begleite sie. „Der Herr ist immer bei euch und hält eure Hand. Schaut zu ihm in den härtesten Momenten, und er wird euch Trost und Hoffnung spenden.“