Schicksal von 300 000 Tamil Flüchtlingen in Sri Lanka ungewiss

Bischof von Jaffna: Tausende wurden als Schilde bei Kämpfen traumatisiert

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COLOMBO/SRI LANKA, 9. Juni 2009 (ZENIT.org).- Nach Beendigung des Konfliktes ist die Zukunft von dreihunderttausend Tamil-Flüchtlingen weiterhin ungewiss.

Die Waffen schweigen zwar in Sri Lanka, aber die schwerwiegendste Frage ist das Überleben, die Unterbringung und die Zukunft der tamilischen Flüchtlinge, die Hauptopfer der letzten Kriegsmonate. Es geht dabei um mehr als 300.000 Flüchtlinge im Land, die in den von der Regierung und humanitären Institutionen, wie UNHCR und Caritas, eingerichteten Lagern am Existenzminimum ihr Dasein angesichts einer ungewissen Zukunft fristen.

Eines der mit dem Konflikt entstandenen Dramen, so der Bischof Thomas Savundaranayagam von Jaffna gegenüber dem Fidesdienst, ist, dass die Tamil-Tiger die Zivilbevölkerung als menschliche Schilde benutzt haben und diese Menschen so daran hinderte die Kampfgebiete zu verlassen. Heute sind diese Leute am Ende und müssen kurz- und langfristig unterstützt werden.

Jetzt ist es vorrangig, so sagen die vor Ort wirkenden Helfer, die Lebensbedingungen in den 8.800 Notunterkünften und über 14.000 Zelten zu verbessern, der Bevölkerung Stabilität zu verleihen und die Menschen allmählich auf die Rückkehr in ihre Ursprungsgebiete vorzubereiten.

Die NGO arbeiten mit der Regierung des Landes bei der Lieferung und Verteilung von Nothilfsgütern für diejenigen Menschen zusammen, die in den letzten Monaten aus den Kampfzonen geflüchtet sind. Sie leben in 40 Notlagern in den Distrikten Vavuniya, Jaffna e Trincomalee; es wird fieberhaft an noch weiteren Notunterkünften gearbeitet., aber es werden noch mehr werden, je mehr Land die Behörden in den von Krise betroffenen Gebieten zur Verfügung stellen. In Zusammenarbeit mit der Regierung in Colombo geht der Versuch eine bestmögliche Antwort auf die Notlage zu geben weiter. Hier kooperieren Beamte der Nationalregierung und Vertreter der Lokalverwaltungen, die in unmittelbarerem Kontakt zu den Helfern vor Ort stehen.

UNHCR hat außerdem einen intensiven Dialog mit der Regierung begonnen, um den Flüchtlingen in den Lagern mehr Bewegungsfreiheit zu garantieren, sobald klar ist das sie nicht als Militärs gearbeitet haben.

Das Land steht vor einer großen Aufgabe: Minenräumung und Entsorgung von explosivem Gut; Bestandsaufnahmen in den Dörfern; Wiederaufbau der zerstörten Häuser; Entwicklung von Infrastrukturen und Wiedereinsetzung der Zivilverwaltung in den von der Krise betroffenen Distrikten und Provinzen.